Kirche und Geld

Die Amtskirchen beziehen über die Kirchensteuer und über weitere Zuschüsse vom Staat jährlich über 16 Milliarden Euro. Sie haben über Jahrhunderte ein riesiges Vermögen angehäuft, über dessen Umfang nur spekuliert werden kann. Die Kirchen sind in Deutschland die größten nichtstaatlichen Grundbesitzer und Arbeitgeber. Was sich die Amtsträger alles einfallen lassen, wenn es um Geld und Macht geht, können Sie in einigen Beispielen nachvollziehen.


Inhalt:

Kalifornien: Diözese zahlt Millionen an Opfer
USA Kirche zahlt 660 Mio. $ an Missbrauchsopfer
Kardinal entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern
Spenden-Skandal im "Klein-Vatikan"
Nach Serie von Missbrauchsfällen: US-Bistum bankrott
US-Priester klauen Millionen aus Opferstock
Schwarzgeld auf Vatikan-Bank?
Kirche macht Geld mit Klopapier
Pfarrer verkauft Kirche für ein neues Auto
Theologische Fakultäten - "Paradiesische Zustände"


Diözese zahlt Millionen an Opfer

KALIFORNIEN
Diözese zahlt Millionen an Opfer sexuellen Missbrauchs

198,1 Millionen Dollar (144,64 Millionen Euro) bekommen die 144 Männer und Frauen, die von Priestern der Diözese von San Diego missbraucht worden sein sollen. Dies ist die zweithöchste Summe, die eine Diözese in den USA bisher in solchen Fällen gezahlt hat.

San Diego - Die Einigung kam nach zweitägigen Gesprächen vor Gericht zwischen Vertretern der Diözese, Anwälten und einigen der mutmaßlichen Opfer zustande. Damit wurden nach mehr als vierjährigem Rechtsstreit die Klagen von 144 mutmaßlichen Missbrauchsopfern beigelegt.

Jeder der Kläger erhält im Schnitt etwa 1,4 Millionen Dollar. Die Diözese hatte ursprünglich eine Entschädigungszahlung von insgesamt 95 Millionen Dollar angeboten, die Kläger forderten 200 Millionen Dollar.

Erst im Juli hatte die Erzdiözese von Los Angeles über 500 Männern und Frauen, die von pädophilen Priestern missbraucht wurden, eine Entschädigung in Höhe von 660 Millionen zugesagt. Dies ist die teuerste Einigung im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch durch katholische Geistliche seit dem ersten öffentlichen Bekanntwerden solcher Vorfälle 2002 in Boston.

Der Erzbischof von Los Angeles, Kardinal Roger Mahony, hatte sich bei den Opfern öffentlich für den jahrelangen Missbrauch in den Gemeinden seiner Diözese entschuldigt.

esp/dpa/AP
SPIEGEL ONLINE - 08. September 2007, 00:15
URL: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,504567,00.html


USA Kirche zahlt 660 Mio. $ an Missbrauchsopfer

Rekordentschädigung in Millionenhöhe: Missbrauchsopfern von Geistlichen will die Erzdiözese von Los Angeles im Schnitt rund 1,3 Millionen Dollar zahlen. Der Kardinal bat die Opfer des Missbrauchs öffentlich um Entschuldigung.

Los Angeles - Im Missbrauchsskandal der US-amerikanischen katholischen Kirche will die Erzdiözese von Los Angeles die bisher höchste Summe an die Opfer sexueller Gewalt seitens Priester zahlen. Kurz vor Beginn des ersten Prozesses am Montag haben die Erzdiözese und die Anwälte der mehr als 500 Kläger gestern eine außergerichtliche Einigung erzielt, sagte der Hauptanwalt Ray Boucher. Die beiden Parteien werden heute Morgen eine Stellungnahme veröffentlichen und morgen eine Pressekonferenz einberufen. Für morgen war bislang der Auftakt des Prozesses geplant.

Dem Vernehmen nach soll die Gesamtsumme 660 Millionen Euro betragen und übertrifft damit frühere Angaben, die von 600 bis 650 Millionen Dollar berichteten. Im Schnitt soll jeder Betroffene eine Entschädigung von etwas über 1,3 Millionen Dollar erhalten. Auch sollen der Vereinbarung zufolge vertrauliche Dokumente über die beklagten Priester freigegeben werden.

Die Einigung hätte den bislang größten finanziellen Wert im Fall von sexueller Misshandlung innerhalb der katholischen Kirche seit dem ersten öffentlichen Bekanntwerden solcher Vorfälle 2002 in Boston.

Der Kardinal von Los Angeles hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester öffentlich entschuldigt. So etwas hätte nie passieren dürfen, und er werde dafür sorgen, dass es nie wieder passieren könne, erklärte Roger Mohony heute an die Adresse der Betroffenen gerichtet. Er wünschte, er könnte ihnen ihre Unbefangenheit zurückgeben, auch wenn er wisse, dass dies unmöglich sei. Auch die nunmehr vereinbarte finanzielle Entschädigung könne dies letztlich nicht aufwiegen.

abl/AP

SPIEGEL ONLINE - 15. Juli 2007, 09:56
URL: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,494499,00.html


Kardinal entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern

Der Kardinal von Los Angeles würde den Opfern von sexuellem Missbrauch gern ihre Unbefangenheit zurückgeben. Er weiß aber auch, dass dies unmöglich ist. Selbst finanzielle Entschädigungen könnten das nicht aufwiegen. Jeder Betroffene soll bis zu 1,3 Millionen Dollar bekommen.

Der Kardinal von Los Angeles hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester öffentlich entschuldigt. So etwas hätte nie passieren dürfen, und er werde dafür sorgen, dass es nie wieder passieren könne, erklärte Roger Mahony an die Adresse der Betroffenen gerichtet. Er wünschte, er könnte ihnen ihre Unbefangenheit zurückgeben, auch wenn er wisse, dass dies unmöglich sei. Auch die nunmehr vereinbarte finanzielle Entschädigung könne dies letztlich nicht aufwiegen.

Die Erzdiözese von Los Angeles erklärte sich am Wochenende bereit, den Opfern sexueller Misshandlungen durch Geistliche eine Entschädigung von insgesamt 660 Millionen Dollar (435 Millionen Euro) zahlen.

Dem Vernehmen nach soll jeder Betroffene eine Entschädigung von durchschnittlich 1,2 bis 1,3 Millionen Dollar erhalten. Auch sollen der Vereinbarung zufolge vertrauliche Dokumente über die beklagten Priester freigegeben werden. Damit soll geklärt werden, ob die Führungsspitze der Erzdiözese von dem Missbrauch gewusst und ihn vertuscht habe.

15. Juli 2007, 23:32 Uhr
URL: http://www.welt.de/vermischtes/article1029211/Kardinal_entschuldigt_sich_bei_Missbrauchsopfern.html


Spenden-Skandal im "Klein-Vatikan"

Von Jörg Diehl

Der frühere Propst des niedersächsischen Städtchens Vechta soll Spendengelder "im sechsstelligen Bereich" unterschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Priester wegen des Verdachts der Untreue und gegen einen Mann, der ihn erpresst haben könnte.

Vechta - Als "'Klein-Vatikan' im Oldenburger Land" feiert sich das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta im Netz. Stolz verweisen die Funktionäre dieser katholischen Oberbehörde darauf, wie bekannt ihre niedersächsische "Kirchenmetropole" bundesweit sei. Inzwischen allerdings müssen die populären Männer Gottes kleinlaut einräumen, dass einer der ihren in einen handfesten Spendenskandal verwickelt ist.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen den ehemaligen Propst der Vechtaer Kirchengemeinde St. Georg wegen des Verdachts der Untreue. Johannes S.*, 63, soll nach Angaben der Ermittler Spendengelder "im sechsstelligen Bereich" unterschlagen haben. Auch ein Kirchenvertreter spricht von "finanziellen Unregelmäßigkeiten", die einen "sechsstelligen Betrag" umfassten.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll der Propst S. jahrelang unter falschen Vorwänden und im Alleingang Spenden gesammelt und diese an der Kirche vorbei einer der Polizei bekannten Familie B. aus dem westlichen Niedersachsen zugeschanzt haben. Dazu soll er sich vor allem an örtliche Unternehmer gewandt und diese um Geld für karitative Zwecke gebeten haben. Vermutungen, Johannes S. sei von dem Oberhaupt der Großfamilie, Reinaldo B., erpresst worden, wollte der Anwalt des Priesters nicht kommentieren. "Ich bin nicht ermächtigt, Auskünfte zu erteilen", sagte Gerd Diekmann. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte gleichwohl gegenüber SPIEGEL ONLINE, dass ein Zeuge den Pfarrer "als Opfer einer Erpressung dargestellt" habe. Inzwischen ermitteln die Staatsanwälte auch gegen B. - wegen des Verdachts der Erpressung.

Schriftlich erklärte der katholische Geistliche S. zu den Vorgängen: "Ich habe keine Spendengelder in irgendeiner Weise für mich verwandt. Ich habe nur unbürokratisch helfen wollen und vielen Hilfsbedürftigen auch tatsächlich helfen können. Wenn ich dabei als Seelsorger über die mir dargelegte Hilfsbedürftigkeit getäuscht worden bin, bitte ich um Nachsicht."

Einige Spender hatten bereits 2002 die Kirchenleitung über S. informiert. Es kam zu einer Anhörung des Propstes vor dem bischöflichen Kirchengericht, doch offenbar änderte das nichts an der unseligen Praxis. Drei Jahre vergingen, ehe sich der Bischof aus dem westfälischen Münster persönlich einschaltete. Am 19. März 2005 ordnete er nach einem Gespräch mit S. eine Sonderprüfung der Gemeindefinanzen an.

Bei der Revision fiel ebenfalls auf, dass die damalige Rechnungsführerin der Gemeinde St. Georg von 2002 bis 2006 insgesamt 105.000 Euro von Kirchenkonten abgezweigt hatte. Dafür wurde sie jetzt vom Amtsgericht Vechta zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Frau hatte den Friedhofshaushalt der Propsteigemeinde manipuliert und Geld für sich entnommen. Die entstandenen Defizite waren jahrelang anstandslos von der Stadt Vechta ausgeglichen worden - zu Lasten der Steuerzahler. Inzwischen hat die unehrliche Kirchenmitarbeiterin die veruntreute Summe zurückerstattet.

Als sich vor einigen Monaten die finanziellen Fehlleistungen des kirchlichen Führungspersonals in Vechta nicht mehr länger verbergen ließen, drängte der Bischof seinen Untergebenen Johannes S., auf die Pfarrstelle zu verzichten. Den "Schäfchen" des Propstes S., der sein Amt 25 Jahre lang ausgeübt hatte, schrieb der Kirchenfürst einen offenen Brief. Es sei festgestellt worden, so heißt es darin, "dass es durch Herrn Propst S. in der Vermögensverwaltung zu erheblichen Unregelmäßigkeiten gekommen ist, die ein solches Gewicht haben, dass ich mich genötigt sah, mit dem Herrn Propst persönlich zu sprechen und ihm deutlich zu machen, dass er nach all diesen Vorgängen nicht weiterhin Propst an St. Georg in Vechta sein könne." Der Bischof habe S. "anheim gestellt, von sich aus auf die Pfarrstelle zu verzichten". Andernfalls müsste er ein förmliches kirchliches Enthebungsverfahren durchführen. Doch dazu kam es nicht.

S. fügte sich dem Druck seines Vorgesetzten und wurde versorgt. Er arbeitet nun als Priester in einer Münsterschen Innenstadtgemeinde sowie als Krankenhauspfarrer. Allerdings, so teilte das Offizialat mit, habe man S. dort von jeglichen Verwaltungsaufgaben "befreit".

* Name geändert
SPIEGEL ONLINE - 12. April 2007, 15:02
URL: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,476823,00.html


Nach Serie v. Missbrauchsfällen US-Bistum bankrott

Mehr als 150 Klagen wegen sexuellen Missbrauchs haben das katholische Bistum im kalifornischen San Diego in den finanziellen Ruin getrieben.

Die Diözese der Millionenstadt kündigte heute an, Gläubigerschutz zu beantragen. Die Forderungen der Kläger überstiegen die finanziellen Möglichkeiten des Bistums und seiner Versicherungen, erklärte Bischof Robert Brom.

Den Klägern zufolge sieht sich die Kirche mit Vorwürfen konfrontiert, die bis in die 50er Jahre zurückreichen. Die Einigungskosten könnten sich auf mehr als 200 Millionen Dollar belaufen. Die Missbrauchsopfer übten scharfe Kritik an dem Plan der Kirche.

"Moralischer Bankrott"
Das "Opfer-Netzwerk der von Priestern Missbrauchten" bezeichnete den geplanten Schritt in die Insolvenz als "moralischen Bankrott eines eigennützigen Bischofs, der Angst vor unbequemen Fragen über das Verwöhnen und Verheimlichen pädophiler Priester" habe.

Mit mehr als einer Million Mitgliedern ist das Bistum der "San Diego Union-Tribune" zufolge die größte Diözese in den USA, die Gläubigerschutz beantragt. Vier andere Bistümer haben das bereits getan.
28.2.07 News.Orf.at


US-Priester klauen Millionen aus Opferstock

Zwei katholische Priester im US-Bundesstaat Florida haben nach Polizeiermittlungen über Jahrzehnte hinweg systematisch den Opferstock ihrer Gemeinde ausgeplündert und auf diese Weise mehr als 8,5 Millionen Dollar (6,7 Millionen Euro) erbeutet. Das Geld gaben sie für luxuriöse Anwesen, Glücksspiel, Reisen und Restaurantbesuche aus, wie die Polizei am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Der 79 Jahre alte Priester John Skehan wurde am Mittwochabend festgenommen, nach Priester Francis Guinan wird noch gefahndet. Skehan habe das gestohlene Geld in Immobilien angelegt, Guinan in Luxus-Reisen etwa auf die Bahamas sowie in die Glücksspielmetropole Las Vegas, sagte ein Polizeisprecher.
29.9.06 Yahoo Nachrichten


Schwarzgeld auf Vatikan-Bank?

Der Manipulations-Skandal im italienischen Fußball wirft immer mehr Fragen auf
In Italien hat die Jagd auf die Schwarzgeld-Millionen von Luciano Moggi begonnen. Die Ermittler vermuten die Konten des Ex-Sportdirektors von Juventus Turin, der im Mittelpunkt des Manipulations-Skandals im italienischen Fußball steht, auf der ganzen Welt: in der Schweiz, in Liechtenstein, auf den Cayman-Inseln und - besonders pikant - auch bei der Vatikan-Bank IOR.
Die Gelder von Moggi und dessen Sohn Alessandro, Inhaber der mächtigen Spielervermittlungsgesellschaft GEA, sollen aus illegalen Profiverträgen stammen. In den Bilanzen wurden offenbar stark überhöhte Ausgaben aufgeführt, um Schwarzgelder zur Seite legen zu können. Allein die GEA, die mehr als 200 Spieler und Trainer unter Vertrag hat, soll dank der illegalen Buchführung Summen in Millionenhöhe angesammelt haben.
Ermittlungen laufen zu angeblich künstlich aufgeblasenen Transfers von Profis wie denen des Mittelfeldspielers Fabio Liverani, der im September 2001 von AC Perugia zu Lazio Rom gewechselt war. Offiziell betrug die Ablösesumme für Liverani 12,5 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro sollen der GEA schwarz gezahlt worden sein. Auch wegen des Transfers von Abwehrspieler Alessandro Nesta von Lazio Rom zum AC Mailand im August 2002 wird ermittelt. Milan soll damals 30,2 Millionen Euro überwiesen haben.
Gestern wurde auch Nationaltrainer Marcello Lippi befragt. Medienberichten zufolge habe der einst allmächtige Moggi sogar auf Lippi, ehemals Juventus-Trainer, massiv Druck ausgeübt. Lippi sollte Spieler für die Nationalmannschaft nominieren, die bei der GEA unter Vertrag stehen, um deren Marktwert zu steigern. Die Ermittler stellten fest, daß Lippis Sohn Davide enge Beziehungen zur GEA pflegt. Der Nationaltrainer wurde gestern in Rom von der Staatsanwaltschaft fast dreieinhalb Stunden lang befragt. "Es ist alles gut verlaufen", sagte er.
Das Schreckgespenst eines Zwangsabstiegs von Juventus in die Serie B belastet auch die Spieler. Allein die Aussicht eines Abstiegs scheint mehrere Superstars in die Flucht zu treiben. Ungewiß ist vor allem die Zukunft des schwedischen Stürmers Zlatan Ibrahimovic und von National-Verteidiger Fabio Cannavaro, deren Wohnungen in Turin von der Steuerpolizei durchsucht worden sind. Die Ermittler gehen davon aus, daß ihre Spielerverträge von den Fälschungen betroffen sind.
Wegen der Verstrickungen in den Skandal rücken auch die Sponsoren von Juve ab. Sportartikelhersteller Nike und der Mineralölkonzern Tamoil erwägen eine Auflösung der Verträge mit dem Spitzenklub. Die Kontrakte mit den TV-Sendern Mediaset und Sky Italia über die TV-Übertragungsrechte könnten für ungültig erklärt werden, sollte der Klub in die Serie B absteigen müssen.
Zudem bleiben die Juve-Aktien an der Mailänder Börse unter Druck. Seit der Aufdeckung des Manipulationsskandals verloren die Papiere des Klubs fast 50 Prozent ihres Wertes. Allein gestern morgen fiel die Aktie um elf Prozent auf das historische Tief von 1,19 Euro. In den vergangenen Wochen gingen 137 Millionen Euro Kapitalisierung verloren.
Aber auch gegen Vizemeister AC Mailand wird wegen angeblicher Absprachen mit Schiedsrichtern weiter ermittelt. Der Eigentümer des Klubs, der abgewählte Staatspräsident Silvio Berlusconi, beteuerte, daß sein Klub nichts mit Moggis Manipulationen zu tun habe: "Wir sind selber Opfer." Nachdem Berlusconi bei den Parlamentswahlen im April abgewählt wurde, will sich der Ex-Regierungschef wieder persönlich um den AC Mailand kümmern.

Aus der Berliner Morgenpost vom 20. Mai 2006


Kirche macht Geld mit Klopapier

Kekse verkaufen? Auto waschen? – Das sind doch alles alte Hüte, um Geld zu sammeln – das muss sich auch Rick Oliver, Pastor der „First Church of God“ in Pendleton (Oregon), gedacht haben. Er baut auf eine innovative Idee, um Geld zu sammeln: den Verkauf von Klopapier!

Pastor Rick Oliver hatte eine Mission: 18 Leute sollten nach Costa Rica reisen, um dort Gutes zu tun – das kostet. Eine Idee musste her. Konventionelle und oft erprobte Methoden wie etwa Kekse backen und Auto waschen waren dem findigen Pastor aus Oregon allerdings zu profan. Er setzt auf den Verkauf von Toilettenpapier. Der Pastor übernahm die Idee kurzerhand von einem Baseball-Coach, der an der Ostküste bereits Erfolg beim Verkauf dieses Produktes verbuchen konnte.

„Was sonst sollte eine Kirche verkaufen?“
Eine Name für den zukünftigen Verkaufschlager war schnell gefunden: Angel Soft. Pastor Rick Oliver kümmert sich persönlich um die Distribution des himmlischen Produktes und ist bereits zu einem richtigen Fachmann avanciert: „Die Rollen sind mit 450 Blättern länger als die Standard Produkte und das Papier ist zweilagig.“, erzählte er einer regionalen Zeitung. Über die Witzeleien der Bevölkerung zeigt sich Pastor Oliver - wie ein Mann Gottes – erhaben: „Wir haben schon alle Scherze gehört. Die Leute klopfen sich bei Angel Soft auf die Schenkel – aber ganz ehrlich – was sollte eine Kirche sonst verkaufen?“

krone.at


Pfarrer verkauft Kirche für ein neues Auto

Auch Diener Gottes haben weltliche Gelüste. Normalerweise verkaufen Pfarrer aber nicht gleich die ganze Kirche, wenn sie ein neues Auto benötigen. Der amerikanische Pfarrer Randall Radic machte da eine Ausnahme- jetzt muss er sich neben Gott auch noch vor Gericht verantworten.

Zehn Jahre lang predigte der 53-jährige Randall Radic von der Kanzel der "First Congregational Church", der ältesten Kirche der Stadt in der amerikanischen Gemeinde Ripon. Dann wurde der Mann Gottes offensichtlich in Versuchung geführt - und verkaufte die Kirche kurzerhand für umgerechnet etwa 435.000 Euro.
Und wofür das alles? Nach eigenen Angaben habe der Pfarrer das viele Geld für ein wahrhaft göttliches Gefährt ausgegeben: einen neuen BMW. Bei fast einer halben Million Euro dürften da schon ein paar Chromfelgen, Ledersitze, ein Heckspoiler und Fuchsschwanz mit drin gewesen sein.
Doch damit nicht genug: Der Pfarrer fälschte außerdem Dokumente, um sein Haus, welches rechtmäßig der Kirche gehörte, auf seinen Besitz umschreiben zu lassen. Anschließend vekaufte er das Anwesen und nutzte den daraus erzielten Erlös zur Tilgung von Schulden.
Jetzt musste sich der Mann Gottes nicht vor seinem Herrn, sondern auch vor Gericht verantworten. Bei einer ersten Anhörung plädierte der Pfarrer wegen Veruntreung auf schuldig und stimmte einer 18-monatigen Haftstrafe zu.

krone.at


Theologische Fakultäten - "Paradiesische Zustände"

Davon können andere nur träumen: Während ein Professor der Betriebswirtschaft 300 oder mehr Studenten zu betreuen hat, sind es bei einem Theologie-Professor im Durchschnitt nur sieben oder acht. Nicht selten hat ein Professor nur einen einzigen Diplomanden im Jahr zu betreuen. Das sind Zahlen aus Bayern; in anderen Bundesländern sind die theologischen Fakultäten in ähnlicher Weise privilegiert. Während in ganz Deutschland Studenten auf die Straße gehen und gegen Kürzungen im Bildungsbereich protestieren, während z.B. an der Universität Augsburg Seminare mangels Sitzplätzen schon auf dem Flur abgehalten werden müssen, schlafen die privilegierten Theologen weiterhin den Schlaf des Ungerechten. Oder vielmehr: Es schlafen die Politiker und Bürokraten, die in kirchlicher Pflichterfüllung vor jedem Sparversuch bei den "heiligen Kühen" der Theologie zurückschrecken. Sie schlafen? Nicht mehr alle! Der oberste Bayerische Rechnungshof beispielsweise "erdreistet" sich seit Jahren, auf das erhebliche Einsparungspotenzial in diesem Bereich hinzuweisen und sogar den vollständigen Abbau mehrerer (!) theologischer Fakultäten zu fordern. "Paradiesische Zustände", so wörtlich, haben die Rechnungsprüfer dort ausgemacht: Nachdem in den letzten Jahren die Zahl der Studierenden in den Diplom-Prüfungsfächern um 40 Prozent (katholisch) und gar 60 Prozent (evangelisch) zurückgegangen ist, kommen auf ganze 987 bayerische Theologiestudenten sage und schreibe 364 vom Staat bezahlte wissenschaftliche Fachkräfte, darunter 131 Professoren. Und so scheint es, dass vielleicht doch der Sparwille der bayerischen Staatsregierung auch auf die theologischen Fakultäten durchschlagen könnte. Kurz vor Weihnachten schlugen die bayerischen Hochschulrektoren doch tatsächlich vor, die Zahl der bayerischen Theologie-Fakultäten zu halbieren: Statt sechs katholischer sollen nur noch drei, statt zwei evangelischer nur noch eine übrig bleiben. Doch die Kirche verteidigt ihre angestammten Pfründe. Die Theologie, so der Münchner Kardinal Wetter, vermittle "der Gesellschaft Orientierung". Fragt sich nur, welche. Die des Absahnens von Steuergeldern für private Zwecke? Der evangelische Münchner Dekan Koschorke sprach gar von einem "beispiellosen kulturpolitischen Raubbau", der hier geplant sei. Als ob es nicht die Kirchen wären, die Jahr für Jahr den größten Raubbau an den Staatsfinanzen vollführen... Wenn alles nicht hilft, pochen beide Kirchen wie üblich auf Konkordate und Staatsverträge, wo ihnen der Staat schon vor Jahrzehnten die Privilegien zugesichert hat. Aber die Zeiten ändern sich eben, das scheinen mittlerweile sogar konservative Politiker zu begreifen. Man darf gespannt sein, ob die christsoziale Regierung in München dem Druck der Kirchenlobby diesmal standhalten wird. Das gilt auch für Berlin, wo an der Humboldtuniversität ebenfalls der Sparstift an der Theologie angesetzt werden soll: Von 15 auf 10 Professorenstellen. Berlin geriet noch in anderer Hinsicht in die Schlagzeilen: Wenn ein Professor aus der Kirche austritt oder aus einem anderen Grund für die Kirche "untragbar" wird, muss der Staat ihn in einem anderen Bereich weiterbeschäftigen - und einen weiteren Kirchenprofessor anstelle des Geschassten einstellen. In Berlin entzog nun Kardinal Sterzinsky dem 43-jährigen Dogmatiker Michael Bongardt die kirchliche Lehrerlaubnis, weil dieser sein Priesteramt selbst niedergelegt hatte: Er könne und wolle den Zölibat nicht mehr einhalten. Die Freie Universität zögert allerdings noch, die Stelle neu auszuschreiben, da es in Berlin, anders als in den meisten Bundesländern, keine Konkordatsverpflichtung hierfür gibt. In anderen Fällen (z.B. Hans Küng, Horst Herrmann, Georg Denzler, um nur einige zu nennen) hat der Staat tatsächlich zusätzliche neue Lehrstühle eingerichtet. Die Kirche beruft sich jetzt in Berlin auf diesen "Brauch" ...In Erfurt wurde Anfang 2003 sogar eine neue katholisch-theologische Fakultät gegründet, obwohl es in diesem Bundesland nur 8 Prozent Katholiken gibt... Angesichts der kontinuierlichen Kirchenaustritte erscheinen die mit hohem Aufwand an Steuergeldern unterhaltenen theologischen Fakultäten wie ein lächerliches Relikt aus vergangenen Zeiten. Es wäre endlich an der Zeit, dass der Staat sich am Riemen reißt, statt sich weiterhin an der kirchlichen Quaste festzuhalten, und dass er die theologischen Fakultäten an staatlichen Universitäten kurzerhand auflöst. Theologie ist - im Gegensatz zur Religionswissenschaft - ohnehin keine ernstzunehmende Wissenschaft. Und ihren theologischen Nachwuchs können die Kirchen an eigenen Hochschulen viel besser ausbilden - aber bitte sehr ohne staatliche Zuschüsse! Es gab übrigens tatsächlich einmal eine Zeit, da wurde solches öffentlich von Parteivertretern diskutiert: In ihrem "Kirchenpapier" von 1973 forderte die FDP, die theologischen Fakultäten aus den Universitäten auszugliedern und in kirchliche Ausbildungsstätten zu überführen bzw. sie in religionswissenschaftliche Fakultäten umzuwandeln. Allein religionswissenschaftliche Fakultäten, "die innerhalb der Universitäten frei (seien) von rechtlicher Bindung an Religionsgesellschaften und ihre Lehre", könnten "wissenschaftlich gemäß den Prinzipien der Freiheit von Forschung und Lehre Voraussetzungen, Inhalte und Wirkungen von Religionen erforschen", stand in diesem Papier schwarz auf weiß zu lesen. Der Satz stimmt auch heute noch. Aber die FDP will nichts mehr davon wissen; von anderen Parteien ganz zu schweigen. Also gilt auch hier:
Wenn die Politiker schlafen, müssen die Bürger aktiv werden! Wir fordern: Löst die theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen auf und zahlt den kirchlichen Hochschulen keine Zuschüsse mehr!
(Mahnmal aktuell, Ausgabe 1/04)


Bischöfe, schämt Ihr Euch nicht?


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