Besançon (AFP) - Wegen Exhibitionismus und unsittlicher Berührungen beim Katechismus-Unterricht ist ein katholischer Priester in Ostfrankreich zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Wie die Justizbehörden von Besançon mitteilten, verurteilte das Strafgericht der Stadt den 57-jährigen Bruno K. wegen sexueller Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen im Alter von weniger als 15 Jahren zudem zu weiteren drei Jahren Haft auf Bewährung. Er muss sich einer Therapie unterziehen und darf sich Kindern nicht mehr nähern. Nach 27 Jahren in einem Orden in Italien war K. war 1995 als Pastor in eine Gemeinde von Besançon berufen worden. Vier Jahre später berichteten Kinder, der Priester trete nackt vor ihnen auf und zeige ihnen pornografische Zeitschriften. Einige berichtete auch von unsittlichen Berührungen. Die Kirchenbehörden übergaben den Fall der Staatsanwaltschaft, die bei K. auf einen Berg von Sex-Unterwäsche und Belege einer erotischen E-Mail-Korrespondenz mit einem anderen Mann stieß. Vor Gericht zeigte sich der Priester uneinsichtig. Seinen Unterwäsche-Kauf rechtfertigte er mit dem "Verlangen zu verstehen". Mit den Porno-Zeitschriften habe er den Kindern "die Schönheit der Schöpfung" zeigen wollen. Yahoo; Donnerstag 22. September 2005, 12:35 Uhr
|
Bischof Müller lässt unbotmäßigen Schulamtsdirektor feuern
Oberhirte im Bistum Straubing findet Kritik an seinem selbstherrlichen Führungsstil "dreist und unverschämt"
Absoluter Gehorsam ist wohl das, was der Regensburger Bischof Müller von seinen Schäfchen verlangt: das bekam nun auch der Straubinger Schulamtsdirektor Willi Goetz zu spüren. Er wurde als Verbindungsmann der Religionslehrer entlassen.
München · Oberhirte Gerhard Ludwig Müller ist nicht gerade zimperlich mit seinen Kritikern. Vor zwei Jahren schon entließ er einen Diözesanrat wegen dessen Zugehörigkeit zu der Laienbewegung "Wir sind Kirche", Pfarrer mussten gehen, wohl weil sie dem Bischof zu unkonventionell waren, dem kritischen Regensburger Theologieprofessor August Jilek entzog er die Lehrerlaubnis und im November löste Müller den Diözesanrat und die Dekanatsräte im Bistum im Alleingang auf. So sind viele, die mit Müller zu tun haben oder hatten, überzeugt: Mit Kritik kann der Bischof nicht umgehen.
Das bekommt nun auch die Mittelbayerische Zeitung zu spüren. Traditionell schrieb der Bischof in dem Blatt eine Weihnachtsbotschaft. Doch dieses Jahr wird es nichts mit dem Gruß des Oberhirten. Denn der zeigt sich ob der Berichterstattung über Müllers Kontroversen mit den Laiengremien und über Konflikte innerhalb des Ordinariats beleidigt. In seiner Absage nannte Müller "die Vorgänge dieses Jahres" als Begründung.
Und nun nahm der rigide Bischofs auch den Straubinger Schulamtsdirektor Goetz ins Visier. Der 60-Jährige wurde nach fast zehn Jahren als Verbindungsmann zwischen den 140 katholischen Religionslehrern in Stadt, Landkreis und dem Bistum von seinem Posten enthoben. Er hatte in einem Brief an Müller von einem Klima der Verunsicherung im Bistum Regensburg geschrieben. Religionslehrer scheuten sich offen ihre Meinung zu sagen - auch aus Angst um ihren Arbeitsplatz. Zudem wollte Goetz wissen, warum die Pädagogen nicht mehr die Seminare des mit Müller in Streit liegenden Professor Jilek besuchen dürften. Goetz bezeichnete dies als eine "offensichtliche Einschränkung der freien Meinungsbildung von Lehrkräften". Die Bistumsleitung war entrüstet und bezeichnete die Kritik als "dreist und unverschämt". Bischof Müller beschwerte sich im Kultusministerium. Dort war man der Meinung, der Beamte hätte einen solchen Brief nur als Privatmann aber nicht als Schulamtdirektor schreiben dürfen. Er habe sich in Religionsfragen eingemischt, die in die Zuständigkeit der Kirchen fielen, hieß es.
Unterdessen geht auch die Diskussion um Müllers Auflösung des Diözesanrates weiter. Nachdem die vatikanische Kleruskongregation dies ausdrücklich begrüßt hatte, kritisierte am Wochenende der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, den Vatikan für seine Einmischung. Auf einer Versammlung des aufgelösten Diözesanrats sagte er: "Die Katholikenräten sind eine deutsche Einrichtung." Daher fühle sich der Zentralrat von der Stellungnahme nicht betroffen. Meyer betonte, man könne nicht ins 19. Jahrhundert zurückfallen. Iris Hilberth
Frankfurter Rundschau 17.12.05
|