Hier finden Sie aktuelle Literaturhinweise zum Thema Amtskirchen.

Des Satans alte Kleider

Priester gegen Propheten - ein uralter Kampf

Seit Urzeiten kämpfen die Vertreter der Priesterkaste, auch Schriftgelehrte oder Inquisitoren genannt, gegen die Propheten, die als Sprachrohre Gottes die Lehre der Himmel auf die Erde bringen.

Äußere oder innere Religion? Institution oder Urchristentum? Dogma oder Offenbarung? Zwang oder Freiheit? Täuschung oder Selbsterkenntnis? Dieser Kampf hat viele Facetten. Er tobt als äußerer „Glaubenskrieg“ ebenso wie im Inneren des Menschen, der um den rechten Weg zu Gott ringt. Und er ist nicht nur Geschichte - er ist Gegenwart. Mitten unter uns, im 20. und 21. Jahrhundert, hat dieser Kampf einen neuen Höhepunkt erreicht. Es ist ein Kampf, der mit ungleichen Waffen ausgetragen wird, denn:
Gott ist die Wahrheit – der Satan die Lüge.
388 Seiten, gebunden
Euro 22,50
ISBN 978-3-89201-295-5
Weitere Infos und Bestellmöglichkeiten http://www.satans-alte-kleider.de



Der Steinadler und sein Schwefelgeruch

Geschichte und Gegenwart der Verfolgung religiöser Minderheiten
Der Steinadler und sein Schwefelgeruch
Das neue Mittelalter
von Matthias Holzbauer
Schon Jesus von Nazareth wurde von den Priestern und Theologen Seiner Zeit als „Feind des Kaisers“ bei der römischen Staatsgewalt angeschwärzt. Seit dieser Zeit wiegeln kirchliche Obrigkeiten immer wieder den Staat gegen die „Ketzer“-Bewegungen auf, die das Christentum in seiner ursprünglichen Form wiederbeleben wollen.
Und ähnlich wie im Mittelalter bekämpfen die Kirchen auch heute wieder neue religiöse Bewegungen mit den Mitteln des Rufmords und der Verleumdung. Am Beispiel der Urchristen im Universellen Leben zeigt der Journalist und Soziologe Matthias Holzbauer auf, wie bestimmte Kirchenvertreter heute die „religiöse Konkurrenz“ zu vernichten versuchen: Indem sie wiederum den Staat gegen religiöse Minderheiten aufhetzen. Der Staats-Adler soll zum Stein-Adler werden, der sich von den Kirchen dazu abrichten lässt, Steine auf die eigenen Bürger zu werfen, die das „falsche“ Gebetbuch haben ...
Das Buch kann hier gelesen werden

Buch, kart., 464 S., geb., mit zahlreichen Abbildungen
22,50 € + 1,67 € Versand (Ausland 3,05 € (Österreich) bis 4,50 €); SFR 38,00,
ISBN 3-9808322-3-6, Verlag DAS WEISSE PFERD, Max-Braun-Straße 2, 97828 Marktheidenfeld, Tel. 09391 / 504-207
Zu bestellen auch per E-Mail:
info@das-weisse-pferd.com
Verfolgung religiöser Minderheiten in Deutschland - Die Urchristen wehren sich. Aktuelle Hinweise unter www.steinadler-schwefelgeruch.de


Deschner: Auch Tiere sind Opfer der Kirchen

Karlheinz Deschner:
Auch Tiere sind Opfer der Kirchen
"Seid furchtbar und mehret euch!"
Der bedeutende Kirchenkritiker Karlheinz Deschner kommt in seinem Buch " Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden ? " zu folgendem Ergebnis: Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.
Seine klare Bestandsaufnahme gilt auch den Tieren," ...den am wenigsten geachteten, am meisten missbrauchten, den hilflosesten Wesen dieser Welt ...", wie er sie in seinem Buch "Für einen Bis-
sen Fleisch" nennt. Deschner schreibt - unter dem vielsagenden Titel "Seid furchtbar und mehret euch!" - über die Missachtung und Schändung der Tiere durch die Kirchen: " Da die Krone der
Schöpfung der Mensch, die Krone des Menschen der Pfaffe ist, lässt sich von ihm für das Tier am wenigsten erhoffen." ( S.15 ) Tat-
sachen wie Tierversuche, brutale Tiertransporte, Massentierhaltung, Schlachthäuser, Jagd auf wehrlose Geschöpfe, von den Kirchen befürwortet, geduldet, sprechen für sich. Tierschutzbewegungen entstanden und entstehen großenteils durch engagierte Menschen außerhalb der Kirchen. Deschner führt aus, dass "keinen Pfarrer Tierquälerei im geringsten zu berühren scheint" ( S. 62 ) und weist darauf hin, dass in der Bibel auch dazu jede Menge Widersprüchliches steht. An dieser Stelle taucht die berechtigte Frage auf nach dem Wahrheitsgehalt der Bibel insgesamt und nach dem Stellenwert von Menschen, denen die Natur und die Tiere am Herzen liegen. Denn über solche Menschen berichtet der Kirchenkritiker: " Und wo jemals ein längst vergessener Prophet ein Wort fallen ließ zugunsten des Viehs, wurde er noch schneller vergessen als er und niemals zur Kenntnis genommen von Kirchenvätern / Lehrern und Co." ( S.62 ) Deschners Buch " Für einen Bissen Fleisch" ist ein Plädoyer für die Tierwelt, das seit der Antike aktuell ist, denn schon Plutarch sagte: " Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu freuen seine Bestimmung gewesen wäre." ( S.17 )
Karlheinz Deschner - Für einen Bissen Fleisch - Das schwärzeste aller Verbrechen, ASKU - Presse, € 14,32

Neues zum Mordkomplott im Vatikan

Zwei neue Bücher
Neues zum Mordkomplott im Vatikan
Der dreifache Mord an zwei Angehörigen der Schweizer Garde und der Ehefrau eines der Gardisten im Mai 1998 wurde schnell einem der Ermordeten, dem jungen Schweizer Cédric Tornay (23), angelastet, der anschließend Selbstmord begangen haben soll. Sehr rasch wurde einer alarmierten Öffentlichkeit aber auch klar, dass an dieser vatikanischen Version einiges nicht stimmen kann und dass der angebliche Mörder und Selbstmörder bereits vor der Tat umgebracht worden oder zumindest bewusstlos geschlagen worden war. Wir berichteten ausführlich über den Stand der Ermittlungen (2/02).
Nun sind zwei Bücher erschienen, die die dramatischen Ereignisse neu aufrollen. Zum einen handelt es sich um die deutsche Ausgabe des bereits 1999 erschienenen Buches Bugie di sangue in Vaticano (Blut-Lügen im Vatikan), das nun im Aufbau-Verlag unter dem Titel "Ihr habt getötet - der Machtkampf der Logen im Vatikan" herausgegeben wurde. Trotz des zeitlichen Abstands ist das Buch empfehlenswert. Zum einen ist es allein dadurch ein Dokument der
Zeitgeschichte, dass die Autoren anonyme Kirchen-Insider sind, die sich hinter dem Pseudonym Discepoli di veritá (Jünger der Wahrheit) verbergen müssen, um nicht von ihrem Arbeitgeber, dem Vatikan selbst, Schreibverbot oder weiter gehende Sanktionen zu erhalten. Zum anderen tauchen die "Wahrheitsjünger" sehr akribisch, aber dennoch spannend, in den Ablauf der Tat und in die vielen Widersprüche ein, in die sich der Vatikan danach verstrickt hat. Die drei Toten fielen, so die Aussage des Buches, einem Machtkampf zwischen zwei Lagern im Vatikan zum Opfern: dem Opus Dei einerseits und den "Logenbrüdern" andererseits. Einig waren sich die beiden Gruppen nach der Tat nur darin, sie so rasch und gründlich wie möglich zu vertuschen - was gründlich misslang.
Verfahrensrechte verweigert
Ähnlich sieht das auch Valeska von Roques, langjährige Korrespondentin des Spiegel in Rom, in ihrem Buch "Mord im Vatikan - Ermittlungen gegen die katholische Kirche". Sie legt jedoch ihren Schwerpunkt mehr auf die menschlichen Hintergründe des rätselhaften Falles. Sie nimmt uns mit zur Mutter des angeblichen Mörders und Selbstmörders, die der Wahrheit auf den Grund kommen will und den ungleichen Kampf mit dem mächtigen Vatikan aufgenommen hat, der ihr bis heute alle rechtsstaatlichen Verfahrensrechte strikt verweigert. Wir erfahren, was für ein Mensch der junge Schweizer Gardist Cédric war - und die Version des Vatikans wird wie von selbst mit jeder Zeile unwahrscheinlicher. Wir erfahren andererseits, dass der ebenfalls ermordete, gerade eben erst zum Kommandanten der Garde ernannte Alois Estermann ein Karrieremensch war, ein ehrgeiziger und wenig beliebter Quereinsteiger, der Dossiers über seine Mitmenschen anlegte und über mächtige Gönner verfügen musste, vor allem im Opus Dei, um so rasch so weit zu kommen. Noch rätselhafter bleibt auch für die Autorin Estermanns Frau Gladys, die er offenbar nur geheiratet hat, weil das kurioserweise von einem Kommandanten der Schweizer Garde erwartet wird -ausgerechnet im zölibatären Vatikan, oder vielmehr: gerade dort, um den allgegenwärtigen Geruch der Homosexualität tunlichst zu vermeiden. Gladys Estennann, aus Venezuela stammend, war offenbar eher mit dem anderen Machtblock, dem der Logen liiert. Durch welche Intrige die beiden dennoch zusammen fanden, bleibt unklar. Vorerst. Denn eines steht fest: Nicht erst mit diesen beiden Büchern sind die Mauern des Vatikans durchlässig geworden. Und es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, die, menschenverachtenden Allüren der letzten absolutistischen Despotie Europas noch länger hinzunehmen.

Gottes Tal der Tränen

von Alexander Markus Homes
ISBN 3-89704-164-2

In diesem Buch wird das Leben von jungen Menschen in einem von einem Priester und Nonnen geleiteten katholischen Heim geschildert: Aus der Innenwelt dieses Heimes beschreibt der Autor die körperliche und seelische Gewalt, die Demütigung, Erniedrigung und Ablehnung, die Ängste, Schmerzen und Trauer, die Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit sowie den sexuellen Missbrauch, denen Kinder im „Namen Gottes" durch Nonnen, den Priester und Erzieherinnen im Heim der traurigen Kinder hilflos ausgeliefert sind. Aber auch die unerfüllten Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte nach Wärme, Geborgenheit und Zärtlichkeit der Opfer der „Schwarzen Pädagogik" werden geschildert. Das Erleben von Gewalt in ihren schlimmsten Formen, der die Kinder durch eine Nonne hilflos und wehrlos ausgesetzt sind, ist für diese jungen Menschen das Durchleben der Hölle auf Erden. Diese Nonne, Schwester Emanuela, wird im Verlauf der Handlung in sich steigender Form zum Synonym für brutalste Gewalt.
Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch der langsame, körperliche wie auch seelische Verfall der Kinder: Am Anfang ihrer „Heim-Karriere" waren diese Kinder oft noch Kinder, auch wenn sie zuvor im Elternhaus misshandelt wurden. Doch im Verlauf ihres „Heim-Lebens" hat man sie durch die psychische, physische und verbale Gewalt („Gott wird euch bestrafen; für euch ist nicht der Himmel, sondern die Hölle und das Fegefeuer bestimmt!"), aber auch durch medikamentöse Ruhigstellung, Stück für Stück ihrer Kindheit (und: Unschuld) beraubt! Diese „Kinder" haben die kindliche Spontaneität verloren: Diese „Kinder" lachen nicht mehr, sie können nicht mehr glücklich sein und keine Gefühle zeigen. Aus der Innenwelt der (sexuell) missbrauchten Kinder heraus wird das hilflose Ausgeliefertsein, die tiefe gefühlsmäßige Abneigung durch die Erwachsenen, die großen Schmerzen und Ängste, die sich immer tiefer in die Kinderseelen hineinfressen, geschildert.
Aus dem Buch: „Wenn wir bedroht, bestraft, geschlagen, misshandelt wurden, so haben die Nonnen - stellvertretend - im Auftrag Gottes gehandelt: Es waren Gottes Worte, Gottes mahnende und aggressive Blicke, Gottes Hände, Gottes Füße, die uns beschimpften, demütigten, bestraften, prügelten. Es war Gottes Wille: Die uns auffressenden Ängste, Schmerzen, Trauer, Vereinsamung, die sich immer tiefer in unsere Seelen hineinbohrte und hineinfraß. Wir hatten unsere Kindheit Gott und seinem Sohn Jesus Christus zu verdanken."



Ab mit ihr in die Moderne

Daniel J. Goldhagen: "Die katholische Kirche und der Holocaust"
Daniel J. Goldhagen weiß, wie die katholische Kirche für den Holocaust sühnen soll Anfang Mai 1945 war Fulda schon seit Tagen von US-Truppen befreit. Als sich die Nachricht von Hitlers Tod verbreitete, ließ Erzbischof Adolf Bertram in allen Kirchen einen Gedenkgottesdienst für den "Führer" abhalten. Das ist eine der nicht ganz neuen Geschichten, die der amerikanische Sachbuchautor Daniel Jonah Goldhagen für sein neues Werk "Die Katholische Kirche und der Holocaust" aufwärmt. Goldhagen ist für sein Buch "Hitlers willige Vollstrecker" bekannt. Darin vertrat er die These, der Mord an den europäischen Juden sei das zentrale deutsche nationale Projekt gewesen, das die allermeisten "gewöhnlichen" Deutschen aus freiem Willen unterstützt hätten. Die alleinige Grundlage hierfür habe ein "eliminatorischer Antisemitismus" gebildet, der sich über Jahrhunderte in einer deutschen Sonderentwicklung herausgebildet habe. Auf seiner Lesetournee 1996 fügte Goldhagen hinzu, jene besondere Form des Antisemitismus sei durch Umerziehung seitens der Alliierten in der Nachkriegszeit verschwunden. Seine Thesen wurden von einem westdeutschen linksliberalen Publikum begeistert aufgenommen, Goldhagens Auftritte füllten Sporthallen: Endlich konnte man die Großeltern- und Elterngeneration insgesamt beschuldigen, ohne lange nachdenken zu müssen, und selber hatte man praktischerweise mit der Sache nichts zu tun. Trotzdem half jenes Buch, eine wichtige Diskussion mit anzustoßen: Über Biografien und Motive der Täter beim Mord an den Juden und anderer deutscher Verbrechen war, so seltsam es klingen mag, kaum Sicheres bekannt, Goldhagen benutzte neues, wenn auch problematisches Archivmaterial, und trotz aller Mängel und vernachlässigter Zusammenhänge betonte er zu Recht, dass Ideologie, Grausamkeit und Eigeninitiative der Täter vernachlässigt worden waren. Diesmal geht es Goldhagen um die katholische Kirche, und keineswegs nur um die deutsche. Seit dem Ende des Kalten Krieges gibt es eine Welle von kritischen Forschungsarbeiten über die Rolle der Päpste und der katholischen Kirche bei der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. Goldhagen wurde 2000 gebeten, eine Sammelbesprechung über einige dieser Werke zu schreiben. Er hat sie zu einem Buch aufgebläht, das keine neuen historischen Erkenntnisse bringt, auf kein einziges unveröffentlichtes Dokument Bezug nimmt und dem alle Konkretion fehlt, die sein erstes Buch so eingängig machte. Goldhagen geht mehrmals kurz auf die Entwicklung bis 1900 ein: Antisemitismus sei ein untrennbarer Bestandteil der katholischen Lehre gewesen, mit den Evangelien und der These vom "Christusmord" angefangen. Mit Recht betont er, dass die Übergänge zwischen kirchlichem und modernem, rassistischem Antisemitismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fließend waren. Katholischer Antisemitismus, so das Ergebnis der neueren Forschung, war politischer und stärker aktionsorientiert als früher angenommen. Der Einfluss der Kirche war nicht gering (in der mit Deutschland verbündeten Slowakei war sogar ein Priester Staatschef), wurde noch seltener als im Fall der Protestanten zur Fürsprache für die Juden genutzt, immer wieder aber beschworen Bischöfe die so genannte jüdische Gefahr. Juden übten angeblich Verrat an der (jeweiligen) Nation, unterstützten Bolschewismus, Liberalismus und Säkularismus, beuteten die Christen aus und vergifteten Kultur und Erziehung mit ihren Ideen. Nach 1945 unterstützten höchste katholische Würdenträger noch die schlimmsten Massenmörder und verhalfen vielen zur Flucht, darunter Eichmann. All das ist nicht neu. Goldhagen bespricht die Rolle von Eugenio Pacelli, dem Papst Pius XII., während der Judenvernichtung und merkt zutreffend an, dass eine "Fixierung auf den Papst" wenig nützlich sei, der "freie Wille" der Kleriker berücksichtigt werden müsse und die antisemitischen Beiträge tausender Kleriker das umfassendere Problem darstellten. Doch springt die Darstellung zwischen beidem hin und her, konkrete Analysen fehlen, etwa zur Frage, wie Kirchen Juden behandelten, die während der Massenvernichtung zum katholischen Glauben überzutreten versuchten. Die Bedeutung von Strukturen, Hierarchien und Eigenverantwortung wird nicht abgeschätzt, kirchliche Befürwortung von Deportationen und Rettungstaten durch viele Ordensgeistliche werden nur gegenübergestellt. Die Anklage lautet im Ganzen: mit Bedacht unterlassene Hilfeleistung und damit Mittäterschaft. Der Autor bleibt diesmal nicht bei der Feststellung des Tatbestandes stehen. Sein Ziel schließt die moralische "Beurteilung der Schuld" und die Festlegung der "Wiedergutmachung des Schadens" ein (so heißen Abschnitt II und III, die zwei Drittel des Buches füllen). Am Ende fordert Goldhagen neben der Offenlegung der Kirchenakten in maßvollem Realismus die Auflösung des Vatikanstaates, die Änderung des Bibeltexts durch eine ökumenische Weltversammlung, die Demokratisierung der autoritären Strukturen der Kirche, die Aufgabe ihrer "imperialistischen Ambitionen" und des Unfehlbarkeitsdogmas, Anerkennung des Glaubenspluralismus, Denkmale für die jüdischen Opfer kirchlichen Antisemitismus, politische Unterstützung für den Staat Israel, eine päpstliche Enzyklika über das Verhältnis zum Judentum und eine Umerziehung der Gläubigen weg vom Antisemitismus - eine Kampagne, die die Kirche "ins Zentrum ihrer Mission rücken" und der sie "höchste Priorität einräumen" müsse. Goldhagens Argumentation ist willkürlich, voll unklarer Begriffe und Widersprüche. Mal wussten die katholischen Antisemiten, dass ihr Handeln falsch war, dann wieder hätten sie von der Kirche "aus ihrer moralischen Erstarrung aufgerüttelt werden müssen , um zu erkennen, dass der Massenmord böse war". Mal ist der Antisemitismus für die gesamte "narrative Struktur" und den Kern des Neuen Testaments "konstitutiv", dann wieder genügen einzelne Streichungen zu dessen "Säuberung". Goldhagen definiert seinen "eliminatorischen Antisemitismus" um und fasst ihn weiter, um schließlich den Weg zur "eliminatorischen Theologie" zu bahnen. Der "eliminatorische" Weg, so ergibt sich stillschweigend, ist also nicht mehr für Deutsche reserviert. Goldhagens Stil ist polemisch, er arbeitet mit rhetorischen Fragen, Spekulationen, Wiederholungen. Zentral ist die Beschwörung der "Wahrheit" und der (am besten "unbestreitbaren" oder "grundlegenden") "Tatsachen", die freilich oft bloße Annahmen oder Überzeugungen sind. Das Verständnis für die Subjektivität von Wissen, Einschätzungen und "Wahrheit" ist Goldhagen fremd. Folglich ist sein Hauptvorwurf, das Neue Testament enthalte "Lügen" über die Juden und keine "getreuliche Darstellung historischer Tatsachen". Im anschließenden Satz beruft er sich auf die "objektive Geschichtsforschung von heute". Dass die Forderung, die Bibel in einen historisch korrekten Text umzuwandeln, so wenig sinnvoll sein könnte wie die Vorstellung, man könne die katholische Kirche "zwingen", "endlich in die Moderne einzutreten", kommt Goldhagen offenbar nicht in den Sinn.
Der Autor ist Historiker.
Von ihm erschien zuletzt:
"Das letzte Kapitel. Der Mord an den ungarischen Juden" (DVA, 2002, verfasst mit Götz Aly.)


Daniel J. Goldhagen: "Die katholische Kirche und der Holocaust".
Eine Untersuchung über Schuld und Sühne. Aus dem Engl. von Friedrich Griese. Siedler, Berlin 2002. 476 S., 24,90 Euro.

Schmeißt die Kirche aus dem Staat

Jürgen Leske: Schmeißt die Kirche aus dem Staat – Sieben Lanzen gegen die Kirche
Inhalt:
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein weltlicher Staat. Dennoch steht in erstaunlich hohem maß unter kirchlicher Kuratel. Beide Großkirchen kassieren nicht nur die Beiträge ihrer Mitglieder über das Finanzamt, sie erhalten auch gigantische Zuschüsse aus dem allgemeinen Steueraufkommen. Sie nehmen Einfluß auf Politik, Erziehungswesen, Landesverteidigung, öffentlich-rechtliche Medien und viele andere Bereiche des Staatswesens.
Die Kirchen sind mit rund 800.000 Arbeitsplätzen der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland, aber dank eines Sonderarbeitsrechts verweigern sie ihren Mitarbeitern wesentliche Rechte. Auf der anderen Seite leiden die Kirchen seit Jahren unter stetig wachsendem Mitgliederschwund, und ihr Einfluß auf die Bevölkerung wird immer geringer. Wie lange noch sollen die Kirchen einen Staat im Staate bilden? Längst gibt es in anderen Ländern Modelle, die auf einer strikten Trennung von Staat und Kirche basieren – zum Vorteil des Staates wie der Kirche. Deshalb: „Schmeißt die Kirche aus dem Staat.“

Autor:
Jürgen Leske, Wirtschaftsjournalist und Rechtsanwalt, wurde 1946 in Sulzbach-Rosenberg geboren. Er studierte Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaft und legte seine zweite juristische Staatsprüfung 1976 an der Universität in München ab. Er war Chefredakteur verschiedener Wirtschafts-, Rechts- und Steuerzeitschriften und ist seit 1990 Partner in einer Münchner Anwaltskanzlei.
bettendorf – ISBN: 3-88498-087-4





Das Buch der Schande

Das Buch packt ein “heißes Eisen” an. Der materialreiche Bericht über Kindsmissbrauch durch katholische Geistliche. Vor allem das Verhalten der Kirche, die diese Vergehen, wie das Buch zeigt, weitgehend totschweigt, vertuscht und deckt, löst Unverständnis und Empörung aus.
Serie Piper, Kt., 382 S., 18,90€



Ex-Kurienmitarbeiter der Verleumdung beschuldigt. Skandalbuch beschäftigt nun das Vatikangericht
ROM/MAILAND (DPA): Das Skandal-Buch über Korruption, Sex und Ämterkauf im Vatikan beschäftigt jetzt die Justizbehörden des Kirchenstaates. Angeklagt ist einer der Autoren, der frühere Kurienmitarbeiter Monsignore Luigi Marinelli. Das Verfahren wegen Verleumdung Findet hinter verschlossenen Türen statt. Marinelli wirft dem Vatikan vor, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein: ."Ich wußte anfangs nicht einmal, welches Gesetz ich gebrochen haben soll." Auch sei er lediglich einer der Ko-Autoren des Buches. Das bisher nur in Italien erschienene Buch ist dort bereits seit Wochen vergriffen und hat für erheblichen Wirbel gesorgt. Mitarbeitern der Kurie werden Machenschaften wie Bestechung und Veruntreuung von Geldern sowie Karriere-Streben vorgeworfen. Hohe Würdenträger werden in kaum verschlüsselter Weise beschuldigt. Zudem ist von heterosexuellen und homosexuellen Beziehungen im Kirchenstaat die Rede. Die genaue Anklage des Kirchengerichts Sacra Rota, das unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt, lautet auf Verleumdung und üble Nachrede. Der Vatikan wies in einer Erklärung ausdrücklich darauf hin, dies seien Vergehen, die auch von jedem anderen Gericht verfolgt werden. Es gehe nicht um eine Einschränkung der Meinungsfreiheit.
(Main-Post v. 19.07.1999)

Die neue Inquisition

Die Inquisition lebt! In einem seiner neueren Bücher beschreibt Mynarek die Methoden der beiden Amtskirchen, unliebsame Konkurrenz mundtot zu machen. Er zeigt die geschichtlichen Hintergründe der kirchlichen Inquisition auf und schildert deren Methoden in unserer Zeit. Heutige Sektenbeauftragte wandeln in den Fußspuren Martin Luthers, der alle, die nicht seine Glaubensauffassung teilten unbarmherzig verfolgte und ermordete. Ein Buch für alle, die es wagen in das wahre Gesicht der Institutionen zu blicken. DIE NEUE INQUISITION
Sektenjagd in Deutschland
Mentalität - Motivation - Methoden kirchlicher und staatlicher Sektenbeauftragter
ISBN 3-9808322-4-4
489S. kt., 18,00 €
Verlag DAS WEISSE PFERD GmbH
Max-Braun-Str. 2
97828 Marktheidenfeld
Tel. 09391-504207
Fax 09391-504210

Leseprobe Die neue Inquisition



Kriminalgeschichte des Christentums

Die sprichwörtlichen «Zustände wie im alten Rom» sind, das beweist Deschner in diesem Buch, charakteristisch für die Zustände in der römischen Kirche. Die spätantiken Grausamkeiten und Schurkereien christlicher Hirten und Herden werden bis heute von Kirchengeschichtlern vielfach beschönigt und verschwiegen. Die meisten «Laien» halten solche Verbrechensanhäufung in den ersten christlichen Jahrhunderten zunächst für schlicht unmöglich, dann für Untaten einzelner. Der Schock dieses Buches wird jeden Leser davon überzeugen, dass diese Verbrechen keine verzeihlichen Fehler einer ansonsten heiligen Kirche waren, sondern Wesenszüge einer verstaatlichten Religion.

Kurzbeschreibung zum Band 7



Ego te absolvo

Was bekommt ein Sünder zu hören, wenn er Mord und Totschlag, Umweltvergehen, politische Korruption oder sexuelle ”Verfehlungen” beichtet? Ein italienischer Journalist und Autor hat in zahlreichen Kirchen des Landes fiktive Beichten abgelegt und die Antworten der Priester zu Fragen der Ethik, Politik und Sexualität mit einem versteckten Tonband aufgezeichnet. Entstanden ist ein brisanter, entlarvender Einblick in das Denken und Handeln katholischer Geistlicher.



Kirchenaustritt jetzt!

Oft sind es nur noch gesellschaftliche Gründe, die Kirchenmitglieder vom Austritt abhalten. Denjenigen, die einen Kirchenaustritt erwägen, aber noch zögern, bietet Deutschlands profiliertester Autor zu Kirchenfragen fundierte Entscheidungshilfen an.
Fragen die sie sich beantworten sollten, wenn sie noch unentschlossen sind, den Kirchenaustritt zu wagen: Leben die 20 Millionen Mitbürger schlechter, die schon aus der Kirche ausgetreten sind?Wie lange warten Sie schon darauf, dass die Kirche sich ändert?Nehmen Sie dem Papst wirklich alles ab, was er sagt?Lassen sich gute Werke nur über die Kirchen finanzieren?Was sparen Sie an Mark und Pfennig, wenn Sie austreten?Ist Ihnen der Umweltschutz wichtiger als der Bau einer weiteren Kirche ?Glauben Sie, dass Christus in einer verbrecherischen Organisation wirkt?Goldmann Verlag, TB, 165 S.
ISBN: 3-442-12518-9




T.Giford: Assassini

(=Mörder) 6 Auflagen seit 1994. In 9 Jahren Recherchen stößt der Autor auf eine Reihe ungeklärter Todesfälle. “Interne Kirchenangelegenheiten”, bedeutete man ihm, “die ihn gefälligst nichts anzugehen hätten....” TB (in Romanform) Bastei Lübbe Verlag, 800 Seiten, 12,00€.



H.Hermann: Passion der Grausamkeit

2000 Jahre Folter im Namen Gottes
“Es ist bis zum Beweis des Gegenteils anzunehmen, dass bischöfliche Raubzüge u. Raubkriege, klerikale Betrügereien größten Ausmaßes, oberhirtlich legitimierter Mord für den Gewinn (heutige Ländereien etc.) verantwortlich zeichnen”
Bertelsmann Verlag, geb., 350 S., 21,90 €


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