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Die Amtskirchen beziehen über die Kirchensteuer und  über weitere Zuschüsse vom Staat jährlich über 16  Milliarden Euro. Sie haben über Jahrhunderte ein riesiges Vermögen angehäuft, über dessen Umfang nur spekuliert werden kann. Die Kirchen sind in Deutschland die größten nichtstaatlichen Grundbesitzer und Arbeitgeber. Was sich die Amtsträger alles einfallen lassen, wenn es um Geld und Macht geht, können Sie in einigen Beispielen nachvollziehen.

Inhaltsverzeichnis

Theologische Fakultäten "Paradiesische Zustände"
Auch in Österreich Reiche Kirche

Zwangsarbeiter bei der Kirche

Halbe Milliarde Euro bei Börsengeschäften verloren
Priester gesucht
Kardinal von Neapel
Pfarrer muß für Griff in Klingelbeutel büßen
Kirchengelder aufs Privatkonto
Mönch in Verruf

Theologische Fakultäten
"Paradiesische Zustände"

Davon können andere nur träumen: Während ein Professor der Betriebswirtschaft 300 oder mehr Studenten zu betreuen hat, sind es bei einem Theologie-Professor im Durchschnitt nur sieben oder acht. Nicht selten hat ein Professor nur einen einzigen Diplomanden im Jahr zu betreuen. Das sind Zahlen aus Bayern; in anderen Bundesländern sind die theologischen Fakultäten in ähnlicher Weise privilegiert. Während in ganz Deutschland Studenten auf die Straße gehen und gegen Kürzungen im Bildungsbereich protestieren, während z.B. an der Universität Augsburg Seminare mangels Sitzplätzen schon auf dem Flur abgehalten werden müssen, schlafen die privilegierten Theologen weiterhin den Schlaf des Ungerechten. Oder vielmehr: Es schlafen die Politiker und Bürokraten, die in kirchlicher Pflichterfüllung vor jedem Sparversuch bei den "heiligen Kühen" der Theologie zurückschrecken. Sie schlafen? Nicht mehr alle! Der oberste Bayerische Rechnungshof beispielsweise "erdreistet" sich seit Jahren, auf das erhebliche Einsparungspotenzial in diesem Bereich hinzuweisen und sogar den vollständigen Abbau mehrerer (!) theologischer Fakultäten zu fordern. "Paradiesische Zustände", so wörtlich, haben die Rechnungsprüfer dort ausgemacht: Nachdem in den letzten Jahren die Zahl der Studierenden in den Diplom-Prüfungsfächern um 40 Prozent (katholisch) und gar 60 Prozent (evangelisch) zurückgegangen ist, kommen auf ganze 987 bayerische Theologiestudenten sage und schreibe 364 vom Staat bezahlte wissenschaftliche Fachkräfte, darunter 131 Professoren. Und so scheint es, dass vielleicht doch der Sparwille der bayerischen Staatsregierung auch auf die theologischen Fakultäten durchschlagen könnte. Kurz vor Weihnachten schlugen die bayerischen Hochschulrektoren doch tatsächlich vor, die Zahl der bayerischen Theologie-Fakultäten zu halbieren: Statt sechs katholischer sollen nur noch drei, statt zwei evangelischer nur noch eine übrig bleiben. Doch die Kirche verteidigt ihre angestammten Pfründe. Die Theologie, so der Münchner Kardinal Wetter, vermittle "der Gesellschaft Orientierung". Fragt sich nur, welche. Die des Absahnens von Steuergeldern für private Zwecke? Der evangelische Münchner Dekan Koschorke sprach gar von einem "beispiellosen kulturpolitischen Raubbau", der hier geplant sei. Als ob es nicht die Kirchen wären, die Jahr für Jahr den größten Raubbau an den Staatsfinanzen vollführen... Wenn alles nicht hilft, pochen beide Kirchen wie üblich auf Konkordate und Staatsverträge, wo ihnen der Staat schon vor Jahrzehnten die Privilegien zugesichert hat. Aber die Zeiten ändern sich eben, das scheinen mittlerweile sogar konservative Politiker zu begreifen. Man darf gespannt sein, ob die christsoziale Regierung in München dem Druck der Kirchenlobby diesmal standhalten wird. Das gilt auch für Berlin, wo an der Humboldtuniversität ebenfalls der Sparstift an der Theologie angesetzt werden soll: Von 15 auf 10 Professorenstellen. Berlin geriet noch in anderer Hinsicht in die Schlagzeilen: Wenn ein Professor aus der Kirche austritt oder aus einem anderen Grund für die Kirche "untragbar" wird, muss der Staat ihn in einem anderen Bereich weiterbeschäftigen - und einen weiteren Kirchenprofessor anstelle des Geschassten einstellen. In Berlin entzog nun Kardinal Sterzinsky dem 43-jährigen Dogmatiker Michael Bongardt die kirchliche Lehrerlaubnis, weil dieser sein Priesteramt selbst niedergelegt hatte: Er könne und wolle den Zölibat nicht mehr einhalten. Die Freie Universität zögert allerdings noch, die Stelle neu auszuschreiben, da es in Berlin, anders als in den meisten Bundesländern, keine Konkordatsverpflichtung hierfür gibt. In anderen Fällen (z.B. Hans Küng, Horst Herrmann, Georg Denzler, um nur einige zu nennen) hat der Staat tatsächlich zusätzliche neue Lehrstühle eingerichtet. Die Kirche beruft sich jetzt in Berlin auf diesen "Brauch" ...In Erfurt wurde Anfang 2003 sogar eine neue katholisch-theologische Fakultät gegründet, obwohl es in diesem Bundesland nur 8 Prozent Katholiken gibt... Angesichts der kontinuierlichen Kirchenaustritte erscheinen die mit hohem Aufwand an Steuergeldern unterhaltenen theologischen Fakultäten wie ein lächerliches Relikt aus vergangenen Zeiten. Es wäre endlich an der Zeit, dass der Staat sich am Riemen reißt, statt sich weiterhin an der kirchlichen Quaste festzuhalten, und dass er die theologischen Fakultäten an staatlichen Universitäten kurzerhand auflöst. Theologie ist - im Gegensatz zur Religionswissenschaft - ohnehin keine ernstzunehmende Wissenschaft. Und ihren theologischen Nachwuchs können die Kirchen an eigenen Hochschulen viel besser ausbilden - aber bitte sehr ohne staatliche Zuschüsse! Es gab übrigens tatsächlich einmal eine Zeit, da wurde solches öffentlich von Parteivertretern diskutiert: In ihrem "Kirchenpapier" von 1973 forderte die FDP, die theologischen Fakultäten aus den Universitäten auszugliedern und in kirchliche Ausbildungsstätten zu überführen bzw. sie in religionswissenschaftliche Fakultäten umzuwandeln. Allein religionswissenschaftliche Fakultäten, "die innerhalb der Universitäten frei (seien) von rechtlicher Bindung an Religionsgesellschaften und ihre Lehre", könnten "wissenschaftlich gemäß den Prinzipien der Freiheit von Forschung und Lehre Voraussetzungen, Inhalte und Wirkungen von Religionen erforschen", stand in diesem Papier schwarz auf weiß zu lesen. Der Satz stimmt auch heute noch. Aber die FDP will nichts mehr davon wissen; von anderen Parteien ganz zu schweigen. Also gilt auch hier:
Wenn die Politiker schlafen, müssen die Bürger aktiv werden! Wir fordern: Löst die theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen auf und zahlt den kirchlichen Hochschulen keine Zuschüsse mehr!
(Mahnmal aktuell, Ausgabe 1/04)
 

Auch in Österreich Reiche Kirche

Mutig, mutig: Die Wochenzeitung Die ganze Woche brachte im April 2003 eine dreiteilige Serie über den Reichtum und die Privilegien der Kirche in Österreich. Der Leser erfuhr darin z.B.

bulletdass die katholische Kirche in Österreich nach dem Adel und den Bundesforsten der drittgrößte Grundbesitzer des Landes ist (250 000 Hektar);
bulletdass die Kirche durch eigene Unternehmen und Beteiligungen an Zeitungen "ein Konzern mit geschätzten 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz" ist;
bulletdass die Kirche auch gerichtliche Pfändungsverfahren nicht scheut, wenn die "Schäfchen" ihre Kirchenbeiträge nicht zahlen: "1999 kam es bei 17.500 Kirchenmitgliedern zu einer Pfändung." Die Meldedaten für die rigorosen Eintreibungen erhält die Kirche von den staatlichen Meldeämtern;
bulletdass die Kirchen - wie in Deutschland - zusätzlich zu 290 Millionen Euro an Kirchenbeiträgen (in Deutschland würde man "Kirchensteuer" sagen) weitere staatliche Zuwendungen erhalten: 41 Millionen Euro jährlich allein an die katholische Kirche. "Begründet" wird dies im Unterschied zu Deutschland nicht mit napoleonischen oder reformatorischen Enteignungen, sondern - irgendwas wird sich schon finden - mit der Abschaffung des josefinischen "Religionsfonds" im Dritten Reich;
bulletdass auch in Österreich die Kirchenbeiträge keineswegs überwiegend für soziale Zwecke ausgegeben werden, sondern zu zwei Drittel für die Besoldung von Pfarrern und Laien;
bulletdass die meisten österreichischen Diözesen über umfangreiche "weltliche" Immobilien verfügen, etwa die Erzdiözese Wien, der "gut vermietete Häuser in der Wiener Innenstadt" gehören;
bulletdass die österreichischen Klosterstifte zum großen Teil schwerreich sind, und über eine eigene Bank, das Bankhaus Schelhammer & Schattera in Wien, verfügen. Diese Bank ist unter anderem an der Lotto-Toto-GmbH und an den Casinos Austria beteiligt;
bulletdass z.B. den Prämonstratenser Chorherren in Schlägl "sogar mehr als die Hälfte des Böhmerwaldes" gehört.

Wie wäre es, liebe Österreicher: "Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche" würde nach Österreich genauso gut passen wie eine Initiative "Mehr Geld für den Bürger".
(Mahnmal aktuell, Ausgabe 3/2003)
 

Zwangsarbeiter bei der Kirche: 

Die katholische Kirche in Deutschland will nur fünf Millionen Mark in eigener Regie an Zwangsarbeiter auszahlen. Mit weiteren fünf Millionen will sie die Versöhnungsarbeit fördern - das Geld fließt an kirchliche Organisationen. An dem Fonds der Deutschen Wirtschaft beteiligt sie sich nicht. Die Stiftung treffe "die Situation der Fremdarbeiter in katholischen Einrichtungen keineswegs", so Bischof Lehmann. Im Entwurf der Stiftung hieße es: "Sklaven- und Zwangsarbeit bedeutete nicht nur das Vorenthalten des gerechten Lohnes. Sie bedeutete Verschleppung, Entrechtung, die brutale Missachtung der Menschenwürde." Recherchen im katholischen Bereich zeigten aber, dass Zwangsarbeiter dort "in den meisten Fällen ordnungsgemäß nach Tarif entlohnt" worden seien, dass sie Kost und Unterkunft erhalten hätten und seelsorgerlich betreut worden seien. "Fälle von Ausbeutung oder zwangsweise zu leistender Schwer- oder Schwerstarbeit sind bisher nicht belegt", sagte Lehmann. Man ist offensichtlich überzeugt, die Arbeiter wären durchweg gut behandelt worden. Sätze aus einem Bericht über ein kircheneigenes Zwangsarbeiter-Lager in Berlin, deren Insassen für 26 evangelische und zwei katholische Friedhöfe tätig sein mussten, lassen anderes vermuten. Dort heißt es am 19. März 1945: "Die nachstehend genannten fünf Ostarbeiter sind infolge ihres körperlichen Zustands für die zu verrichtenden Arbeiten auf Friedhöfen nicht mehr verwendbar." Sie haben Knochenbrüche, allgemeine Schwäche, Herzerweiterung. "Wir bitten daher um Zuweisung der Genannten an eine entsprechende Sammelstelle, da diese nur im Lager liegen und die Plätze für arbeitsfähige Männer wegnehmen." Es grüßt mit "Heil Hitler" der Lagerführer. Auf diese Weise Ausgemusterte kamen üblicherweise ins Vernichtungslager - die "entsprechende Sammelstelle". 
(Quelle: Frankfurter Rundschau, 30.08.00, Süddeutsche Zeitung, 14.07.00)
 

Großbritannien
Halbe Milliarde Euro bei Börsengeschäften verloren

Die Anglikanische Kirche hat rund eine halbe Milliarde Euro bei Börsengeschäften verloren. 
Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Kirche Verluste in Milliardenhöhe an der Börse gemacht. Dennoch habe sich die Anlagestrategie der kirchlichen Finanzkommission in der Schwierigen Marktsituation gut behauptet, sagte gestern ein Kirchensprecher in einem Interview mit der Tageszeitung “The Times“.
(Radio Vatikan 9.5.2002)
 

Priester gesucht

Die österreichische Polizei fahndet weltweit nach einem polnischen Priester , der Spenden in Millionenhöhe unterschlagen haben soll. Unter dem Vorwand, Geld für die Renovierung der Kathedrale von Lodz (Polen) zu sammeln, soll er Gläubigen hohe Summen aus der Tasche gezogen haben. Der in Wien tätige 71 jährige Pole  im Rang eines Bischofs - er gilt als Vertrauter des Vatikan - soll auch Priesterkollegen betrogen haben. Angeblich hat er sich in seine Heimat abgesetzt.
(MP vom 17.12.1999)
 

Michele Giordano,

Kardinal von Neapel, wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sich aus der Kasse des Erzbistums bedient zu haben. Rund 600.000 DM soll der Kardinal, der bereits der Beihilfe zur Wucherei verdächtigt wird, seinen Neffen zugeschanzt haben.
(Meldung vom 22.10.1999 MP)
 

bisch01
 

Pfarrer muß für Griff in Klingelbeutel büßen

Betrügerischer Priester soll mindestens 30 000 Mark seiner Gemeinde veruntreut haben

Von Rolf Thym

Regensburg: Die Mißachtung des biblischen Grundsatzes, daß Geben seliger denn Nehmen sei, muß ein 65 Jahre alter katholischer Pfarrer mit einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten und der Rückzahlung von mindestens 30 000 Mark an seine ehemalige Kirchengemeinde im niederbayerischen Schwarzach büßen. Das Regensburger Amtsgericht befand den aus Polen stammenden Geistlichen der Untreue in 17 Fällen und des dreifachen Betrugs für schuldig. Der Pfarrer hatte über Jahre hinweg ihm anvertraute Kirchgelder in Höhe von knapp 300000 Mark veruntreut und für private Zwecke verwendet - 250 000 Mark hat er inzwischen zurückgezahlt. Darüber hinaus legte er der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach falsche Jahresabrechnungen für den kirchlichen Kindergarten vor, um mehr Geld aus dem Finanzausgleich für die Kinderbetreuung zu erhalten. Ein Verwaltungsbeamter betonte jedoch, der Gemeinde sei dadurch "faktisch kein Schaden entstanden". Dennoch wertete das Gericht diese Fälle als Betrug. Besonderes Augenmerk legte das Gericht auf den ungewöhnlichen Umgang des Pfarrers mit Geld der Kirchengemeinde, das unter anderem bei Sammlungen zusammengekommen war. Namhafte Beträge überwies der Pfarrer auf ein Geheimkonto, von dem er unter anderem eine fünfstellige Summe abhob, um damit ein Darlehen für sein neugebautes Zweifamilienhaus zu tilgen. Großzügig bedachte er seine Verwandtschaft: Zwei Großneffen richtete er Sparkonten ein, 25 000 Mark erhielt eine Nichte in Polen für den Kauf einer Eigentumswohnung, eine weitere Nichte bekam 13 000 Mark für ein Auto, und für die Beerdigung eines Schwagers zahlte er 8000 Mark - auf Kosten der Kirchengemeinde. Wie hoch der Gesamtbetrag des veruntreuten Geldes während der neunjährigen Amtszeit des Pfarrers war, konnte das Gericht nicht auf die Mark genau herausfinden. Deshalb verwies der Richter darauf, daß es sei der angeordneten Rückzahlung von 30 000 Mark möglicherweise nicht bleiben werde. Die Summe könne "noch höher werden, das hängt von der Schlußabrechnung der Kirchenverwaltung ab". Ob der vor sechs Monaten des Amtes enthobene Pfarrer als Vorbestrafter noch eine Zukunft in der Kirche hat, soll in den kommenden Tagen bei einem Gespräch mit dem Regensburger Generalvikar geklärt werden.
 (Aus SZ v. 13.08.1999)
 


 
Kirchengelder aufs Privatkonto

Regensburg (LBY): Wegen Veruntreuung und betrügerischen Erschwindelns von fast 300000 Mark aus der Kirchenkasse hat das Amtsgericht Regensburg einen katholischen Priester zu einem Jahr und neun Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Der Pfarrer hatte in 20 Fällen Spenden und Bistumsgelder auf ein Privatkonto abgezweigt oder anderweitig falsch verbucht. Er verwendete das Geld auch für kirchliche Belange.
(Aus Main-Post v. 13.08.1999)
 

Mönch in Verruf

Die Mönche des berühmten griechischen Klosters auf der Insel Patmos sind wegen heimlicher Geldgeschäfte in Verruf geraten. Sie sollen Ländereien, die dem Kloster gehören, an Privatleute verkauft und dabei umgerechnet 20 Millionen Mark in die eigene Tasche gesteckt haben.
(Aus Main-Post v. 13.08.1999)