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Inhaltsverzeichnis Luther als Kinoheld
Luther als Kinoheld Es war' so schön für die evangelisch-lutherische Kirche, wenn ihr Gründervater so gewesen wäre, wie er im Film dargestellt wird. Um die Gläubigen weiter bei der Stange zu halten, wird die Wahrheit jedoch bewusst verfälscht und verschwiegen. Geld macht's möglich - in diesem Fall ca. 10 Millionen Dollar, mit denen sich die Lutheraner in den USA an der Finanzierung des Werbefilms beteiligten ... Beinahe hätte mich die Szene überwältigt, als sich so viele deutsche Kurfürsten, einer nach dem anderen, weigerten, sich dem katholischen Kaiser und seinem päpstlichen Ratgeber zu unterwerfen - auf dem Augsburger Reichstag des Jahres 1530. Martin Luther hatte es ihnen vorgemacht - auf dem Wormser Reichstag des Jahres 1521, wo er der Legende nach gesagt haben soll: »Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen.« Der Film war bald zu Ende, und der Abspann half den Zuschauern noch etwas nach: Luther habe das »Tor zur Religionsfreiheit« geöffnet, hieß es. Wirklich? Das junge Paar, das neben mir im Kino saß, war beeindruckt: »Ich fand das toll, wie mutig und entschlossen Martin Luther in dem Film zur Sache ging und wie unerschrocken er nach Wahrheit suchte«, sagte die Frau beim Hinausgehen, und sie fragte mich: »Wie hat Ihnen der Film gefallen?« Mir war klar, welch prompte Wirkung die 30-Millionen-Dollar schwere Hollywood-Produktion auf das ehrliche Gemüt meiner Gesprächspartnerin machen musste. Hier stand ich nun (um in Luthers Jargon zu bleiben) und konnte nicht anders, als der Legende zu widersprechen: »Leider war in Wirklichkeit vieles ganz anders als im Film.« Meine Kinonachbarn waren sehr interessiert. »Was hat denn nicht gestimmt?«, fragten sie. »Würge hier, wer da kann!« Von wegen »Religionsfreiheit«. Luther war einer der furchtbarsten Verfolger Andersdenkender, die es in der deutschen Geschichte je gab. Im Film wurde aus ihm ein jugendlicher Held. Sogar die Massaker der Obrigkeit an den Bauern im Jahr 1525 soll er nur mit Schrecken zur Kenntnis genommen haben. In Wirklichkeit hatte sie Luther selbst befohlen: »Schlage, würge, steche hier, wer da kann... Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen«, rief er den Soldaten im Dienste der Obrigkeit zu. Genauso kam es dann auch, man schätzt 100 000 Opfer, darunter zahllose Unschuldige. Danach: Keine Reue Luthers, sondern Rechtfertigung und Hinweis auf den angeblich Verantwortlichen: »Ich schiebe es auf unseren Herrgott; der hat mir befohlen, solches zu reden.« Was für eine Ungeheuerlichkeit wird Gott hier unterstellt! Im Film hat Luther ein Herz für Menschen in seelischer Not und weiß sie in der Nähe Gottes. In Wirklichkeit stürzte Luther unzählige Menschen in Angst und Verzweiflung, weil er lehrte, dass der Mensch keinen freien Willen habe, sondern entweder von Gott oder vom Teufel gesteuert werde. Und je nachdem habe Gott den einen von Geburt an für den Himmel, den anderen jedoch zu ewigen grausamen Höllenstrafen vorherbestimmt. Was ist die Wahrheit? »Theologisch verantwortbar« nennt ein kirchlich engagierter Kinobesitzer die Auslassungen und Fälschungen des Filmes. In einem Schreiben wendet er sich an »Jugend- und Schulgruppen« und bietet ihnen an, die Aufführung zum Sonderpreis besuchen zu können und anschließend mit Theologen über den Film sprechen zu können. Von einer »Bringschuld an die Gesellschaft« ist sogar die Rede in einer Presseerklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD zu dem Film. Den Kirchenführern ist es nicht entgangen, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Fakten aus dem Leben Luthers einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden, welche es der Kirche immer schwerer machen, ihren Gründervater als Vorbild im Glauben und als »großen Deutschen« hinzustellen. Hitler: »Luther war ein großer Mann ...« Doch ausgerechnet die 15 letzten Lebensjahre Luthers hat man im Film mit dem Kommentar weggelassen, in dieser Zeit hätte Luther noch viel für das »Wort Gottes« tun können. Tatsächlich entwickelte er sich z.B. zum »größten Antisemiten seiner Zeit« (der lutherische Landesbischof Sasse im Jahr 1938), und die meisten seiner Forderungen gegen die Juden haben erst die Nationalsozialisten erfüllt. Z.B. »dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche oder zerstöre... dass ihr und wir alle der teuflischen Last der Juden entladen werden«, so Martin Luther in seiner Schrift »Von den Juden und ihren Lügen«. Luther fordert darin auch jüdischen Bürgern alle: Geld wegzunehmen, und er verlangt nach der Todesstrafe, wenn ein Bürger jüdischer Glaubens Gott öffentlich lobt. Adolf Hitler, der in seiner Jugend noch kein Antisemit war, las diese Schrift Luthers und ließ sich davon maßgeblich beeinflussen. In einem Gespräch äußerte sich Hitler 1923 schließlich voll des Lobes über den evangelischen Gründervater: »Luther war ein großer Mann, ein Riese ... sah den Juden wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.« Das Schizophrene daran ist, dass ausgerechnet die Verantwortlichen der evangelischen Kirche sich dabei hervortun, manchen anderen - vielfach zu Unrecht - »Antisemitismus« zu unterstellen, während sie die Mitschuld ihrer eigenen Kirche am Holocaust schönreden oder schlicht ausblenden. »Wer sein Kind nicht taufen lässt, muss sterben ...« Was ihr Verhältnis zu den jüdischen Mitbürgern betrifft, hat die evangelische Kirche nach 1945 die Seiten gewechselt, während sie bei der Bekämpfung anderer Glaubensgemeinschaften ihrem Gründervater weiterhin die Treue hält. So forderte Luther für Eltern, die ihren Säugling nicht taufen lassen wollen, die Todesstrafe. Ebenso für Menschen, die eine solche Haltung befürworten. Und wer von der Kirche zur »Hexe« erklärt wird, den soll man nach Luther nicht leben lassen. Vergangenheit? Die evangelische Kirche, die sich mit der positiven Wirkung des Luther-Filmes schmückt, reagiert heute genauso allergisch auf Andersdenkende wie ihr großes Vorbild selbst. Nur die Mittel der Bekämpfung sind den rechtlichen Möglichkeiten einer anderen Zeit angepasst: Als Meinungsäußerungen getarnte Lügen, Boykottaufrufe oder öffentliche Warnungen der Kirche führen z.B. bei den in Verruf Gebrachten dazu, dass ihnen Werbemöglichkeiten verweigert, Veranstaltungsräume gekündigt werden oder dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und vieles Bibel oder Gewissen? Von wegen Luther hätte das »Tor zur Religionsfreiheit« aufgestoßen. Dann sollte man meinen, dass es 500 Jahre später erst recht offen stehen müsste. Doch schon auf Luther selbst trifft dieses Lob nicht zu. Er wollte nur Religionsfreiheit für Menschen, die dachten wie er. Und wenn sich Luther auf sein Gewissen berief, sollte man der Ehrlichkeit halber hinzufügen, dass der Inhalt dieses Gewissens für ihn mit der Bibel übereinstimmen musste. So berief er sich z.B. bei seiner Forderung, Andersgläubige zu töten, guten Gewissens auf das Alte Testament. Wer aber aufgrund seines Gewissens zu Ergebnissen komme, die nicht mit der Bibel übereinstimmen, so Luther, beweise nur, dass er vom Teufel besessen sei, und gehöre hingerichtet. Betrügerisches Spiel Von all dem hier Aufgezählten findet sich in der Presseberichterstattung über den Lutherfilm nur sehr wenig oder überhaupt nichts. Doch warum spielt die Öffentlichkeit das betrügerische Spiel einer Kirche mit, die -ebenso wie es die katholische Konfession mit ihren Heiligen macht - sich nicht scheut, mit Geschichtsfalschungen die Bevölkerung gezielt zu verdummen? Klar ist, dass es bei einer an Verbrechen übervollen Vergangenheit nur mithilfe von Fälschungen möglich ist, sich immer wieder als eine moralische Großmacht zu präsentieren. Doch damit tut man weder der Bevölkerung noch Martin Luther selbst oder den katholischen Heiligen einen Gefallen. Denn jeder Mensch, der zu Gott finden möchte, wird über den Weg der ehrlichen Selbsterkenntnis, der Reue, der Vergebung, der Bitte um Vergebung und der Wiedergutmachung geführt. Und auch das Wissen um die dunklen Seiten anderer könnten dabei manchem helfen, einen anderen Weg einzuschlagen. Über dies und manches mehr habe ich mit der jungen Frau und ihrem Freund
nach der Aufführung gesprochen. Es war bereits weit nach Mitternacht, als uns
das Kinopersonal freundlich darauf aufmerksam machte, dass sie das Kino jetzt
gerne abschließen würden. Spätestens jetzt waren wir wieder auf dem Boden der
Tatsachen angelangt.
Die verfassungsfeindlichen Züge der Amtskirchen So lange die beiden kirchlichen Institutionen die Texte der Bibel einschränkungslos
als verbindliche Glaubensinhalte dekretieren, ohne sich von den grausamen und
menschenrechtswidrigen Textpassagen (wie sie beispielsweise im vorigen Kapitel
zitiert wurden) zu distanzieren, handelt es sich im Grunde genommen um
verfassungsfeindliche Organisationen. So jedenfalls bezeichnet man
Vereinigungen, die eine verfassungswidrige Satzung haben und deshalb
normalerweise aufgelöst werden, soweit sie sich von ihren verfassungswidrigen
Inhalten nicht trennen. Bei den Kirchen kommt hinzu, dass nicht nur ein Teil
ihrer "Vereinssatzung" verfassungswidrige Züge trägt, sondern sich
auch ihre Führer vielfach verfassungsfeindlich verhielten bzw. verhalten. Auch
das kirchliche Menschenbild erweist sich in mancher Hinsicht als krass
verfassungswidrig.... Mehr
Spanien Ausgerechnet die spanische Königin Isabella „die katholische“ soll heilig gesprochen werden. Das jedenfalls betreibt die spanische Bischofskonferenz mit demselben Feuereifer, mit dem Isabella und ihr ebenso katholischer Königsgatte Ferdinand 1492 die Mauren und Juden aus Spanien vertrieben und mit dem sie die 1477 die „heilige“ spanische Inquisition ins Leben riefen. Isabella hafte übrigens zunächst eigentlich gar keine Lust, in ihrem Reich eine neue Verfolgungswelle in Gang zu setzen. Aber genau das zeichnet „verdienstvolle“ katholische Herrscher ja aus: Dass sie immer ein offenes Ohr für die Pfaffen besitzen. Zunächst hatte der Dominikanerpater Alonso de Hojeda wenig Erfolg, als er 1477 in Sevilla Isabella davon überzeugen wollte, dass die Nachfahren der zum Katholizismus übergetretenen Juden weiterhin ihre Riten pflegten. Bernd Rill schreibt in „Die Inquisition und ihre Ketzer“ (5. 216), wie es weiterging: „Als Isabella die Stadt verlassen hatte, gab Hojeda jedoch nicht auf, sondern belieferte den Hof mit Beweisen darüber, dass die conversos geheime nächtliche Zusammenkünfte hielten und dabei den christlichen Glauben verhöhnten. Das könne auch staatspolitisch nicht ohne Bedeutung sein, zumal viele conversos in hohen Staatsämtern säßen ... Nun horchte Isabella doch auf und setzte eine Kommission ein, der auch Hojeda angehörte und die auch tatsächlich zu dem Ergebnis kam, die Ketzerei habe in Sevilla schreckenerregende Ausmaße angenommen. Auch Thomas de Torquemada, Dominikanerprior von Segovia und Beichtvater der Königin, stimmte diesem Befund zu.“ Wie die spanische Zeitung El Pc.tis (26.2.02)
berichtet will die Kirche auch zahlreiche im Bürgerkrieg umgekommene Katholiken
zur Ehre der Altäre erheben lassen. Ihre eigene Beteiligung „an den
schrecklichen Ereignissen, die die Spanier entzweiten und Hunderttausende das
Leben oder die Heimat kosteten“, so die Zeitung, hat die Kirche jedoch „immer
abgestritten, das letzte Mal vor zwei Jahren.
Arno Widmann Die Kirchen wissen jetzt, wann Gott uns annimmt und wann er uns verwirft. Letzteres, um das sich einst alles drehte, spielte am Wochenende keine Rolle mehr. Die Debatte um die Rechtfertigungslehre kam – jedenfalls in den publizierten Dokumenten – ganz ohne Höllenqualen aus. Der Gott, der bei Augustin noch uns das Paradies vor allem mit dem Argument schmackhaft machte, dass man von dort einen so herrlichen Blick auf die Qualen der Gefolterten habe, hat in den letzten Jahrhunderten einen Prozess der Zivilisation durchlaufen, der ihn heute geradezu koalitionsfähig erscheinen lässt. Er droht nicht mehr mit der Ausrottung ganzer Städte und Völker oder gar mit der Vernichtung des Universums. Nein, der christliche Gott hat sich geläutert – oder ist von verständigen Theologen geläutert worden. Man kann ihn jetzt in jede Amnesty-Gruppe mitbringen. Er fällt nicht mehr weiter auf. Kein Wunder, dass sich niemand mehr für ihn interessiert. Von der großen Mehrheit der Bundesbürger, die selten oder nie zur Kirche gehen, glauben 68 Prozent nicht daran, dass sie sich nach dem Tode rechtfertigen müssen. (awi.) Es waren die Amtskirchen, die das Bild des
strafenden Gottes aufgebaut haben. Sie übernahmen dieses Bild von der
alttestamentlichen Priesterkaste, die sich als Mittler zwischen einem zürnenden
Gott und dem Menschen einsetzten. Jesus von Nazareth lehrte von alledem nichts.
Er brachte den Menschen den Gott der Liebe nahe und verkörperte diese Liebe als
Mensch. Gott ist unwandelbar. Er ist derselbe von Anbeginn der Schöpfung. Wem nützt denn das Bild eines strafenden Gottes?
Allein der Glaube macht selig? So lehren es die Kirchen, die in Augsburg ihre “Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre” unterzeichnen. Das könnte den Kirchen so passen..... - daß die Inquisitoren von einst “allein aus
Gnade im Glauben” (Gemeinsame Erklärung) den - daß die Päpste, die zu den grausamen Kreuzzügen
aufgerufen haben, “unabhängig von Werken” - daß die am Zölibat leidenden Priester, die Kinder
sexuell mißbrauchen, “bedingungslos in die Die Rechtfertigungslehre, auf die sich die Kirchen jetzt einigen, hat im Kern Martin Luther entwickelt und sich damit zuallererst selbst einen Freibrief geschaffen. Denn Martin Luther rief dazu auf , die Juden zu verfolgen, ihre Synagogen und Bücher zu verbrennen und Zehntausende Bauern im Bauernkrieg zu erschlagen. Allen seinen Gegnern wünschte Martin Luther öffentlich den Tod, worauf - wie in der katholischen Lehre - die ewige Verdammnis folgen soll. Man solle die Betroffenen “wie Hunde und Säue” sterben lassen (Zit. nach Neumann, Luthers Leiden, S.173), während er selbst und alle ihm zustimmenden “Theologen bereits gerecht und im Himmel sind” (Tischreden 361). Was die Kirchen in Augsburg unterzeichnen, mag katholisch und evangelisch sein, christlich ist es nicht, denn Jesus, der Christus, wird damit verhöhnt und erneut ans Kreuz geschlagen! Denn Jesus lehrte die Bergpredigt: Klug ist, wer “tut”. Er lehrte den aktiven Glauben, indem der Mensch lernt, die Gebote zu halten und das Rechte zu tun. Er sagte: “Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.” (Mt.7,21) Einem Schriftgelehrten, der von Nächstenliebe sprach, entgegnete der Mann aus Nazareth: “Tu das, so wist du leben” - Kein Wort von einer Rechtfertigung allein aus Glauben. Denn diese Lehre ist das Gegenteil von dem, was Jesus wollte. Er lehrte also niemals die Seligkeit “allein durch Glauben” (Gemeinsame Erklärung). Für die Kirchenführer gilt vielmehr, was Paulus in
der Bibel schrieb: “Irret Euch nicht. Gott läßt sich nicht spotten. Denn was
der Mensch sät, das wird er ernten!” (Gal.6,7) Evangelisch/katholisch oder christlich?
Vatikan veröffentlicht neue Ablassregeln Buße schon durch einfache Handlungen möglich Rom (AP): Der Vatikan hat am Freitag erweiterte Ablassregeln herausgegeben, mit denen gläubige Katholiken die Vergebung von Sünden erreichen können. Das zuletzt 1986 auf den neuesten Stand gebrachte Werk wurde zunächst in lateinischer Sprache veröffentlicht und soll in Kürze in moderne Sprachen übersetzt werden. Es beinhaltet die jüngsten Direktiven von Papst Johannes Paul II. zu diesem Thema. Demnach können Menschen schon durch einfache Handlungen Buße tun, beispielsweise, indem sie für einen Tag das Rauchen aufgeben. Außer der Hilfe für Bedürftige oder dem spontanen Entsagen eines Wunsches könne Vergebung auch dafür erlangt werden, wenn ein Mensch «öffentliches Zeugnis seines Glaubens in bestimmten Umständen des alltäglichen Lebens» ablege, erklärte Vatikan-Vertreter Monsignor Dario Rezza. Ein gutes Beispiel könne beispielsweise ein von fluchenden Kollegen umgebener Fabrikarbeiter setzen, indem er das Zeichen des Kreuzes mache. Gefahren für die Beziehungen zu lutherischen Protestanten und der für Ende Oktober geplanten Unterzeichnung der «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre» sehe er in der Herausgabe der neuen Ablassregeln nicht, sagte der für das Thema zuständige Kardinal William Wakefield Baum. In der gemeinsamen Erklärung stimmen Lutheraner und Katholiken darin überein, dass der Mensch «allein aus Gnade im Glauben an die Heilstat Christi», nicht aufgrund eigener guter Taten von Gott angenommen wird. (Meldung vom 17.09.1999 16:26 © AP ) Da die großen Amtskirchen “evangelisch”
und “katholisch” definieren, was Glaube bedeutet und was die Glaubensinhalte
sind, kann nach Meinung der Kirchen nur der von Gott angenommen werden, der das
glaubt, was die Kirche lehrt und sei es noch so unsinnig. Was hat Gott davon,
wenn jemand das “Kreuz schlägt” und gleichzeitig über die “bösen”
Kollegen nachdenkt? Noch vor einigen Jahrzehnten lehnte die evangelische Kirche
rigoros die Ablaßpraxis der Katholiken ab. Heute biedert sie sich ihr an. Warum
wohl?
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