|
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
Dem vielfachen Wunsch von Geschädigten folgend und auf Anregung vieler Befürworter unserer Aufklärungsarbeit hat der Verein Bürger beobachten Kirchen e.V. seit Mai 2002 eine Anlaufstelle für Opfer kirchlicher Gewalt eingerichtet. Ein Team von Therapeuten, Sozialpädagogen und Juristen hat seine Arbeit als kompetente Ansprechpartner für Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester aufgenommen. Bereits in den ersten Tagen gingen verschiedene Anrufe ein. Die Mauer des Schweigens bröckelt langsam ab und immer mehr Betroffene überwinden ihre Ängste, ihre Enttäuschungen, ihr eigenes Verdrängen und berichten über ihre grauenhaften Erlebnisse. In den geführten Gesprächen zeichnet es sich bereits ab, das ein Großteil der Opfer zum Teil Jahre lang mit niemandem offen über ihr Schicksal sprechen konnte. Weder in der Familie, der Gemeinde noch in den Institutionen fanden sie ein offenes Ohr oder die Geschehnisse wurden unter den Teppich gekehrt. Sicher sind es noch Tausende, die in den vergangenen Jahren hier in Deutschland zum Opfer von Pfarrern, Priestern, Bischöfen, Kardinälen und anderen Kirchenführern wurden und die noch nicht den Mut aufgebracht haben, gegen das Unrecht, das ihnen angetan wurde, anzugehen. Wir möchten ihnen allen Mut machen, das Schweigen aufzugeben und das Unrecht beim Namen zu nennen, so dass die Öffentlichkeit über diese Machenschaften erfährt, ihre Konsequenzen zieht und ein solches Schicksal in Zukunft anderen Kindern erspart bleibt. Offensichtlich hat die Kirche größte Befürchtungen, das etwas von den Verfehlungen ihrer Vertreter gegenüber unschuldigen Kindern, Frauen und Männern in die Öffentlichkeit gelangt! Bei den ersten Anrufen, die unser Team erhielt, waren offensichtlich einige dabei, die nur auskundschaften wollten, was sich da für die Institutionen anbahnt.
|
 |
 |
|
 |
|
Wenden Sie sich an unseren Beauftragten für die Opfer kirchlicher Gewalt!
|
 |
 |
|
 |
|
Vom Pfarrer missbraucht? Sie erhalten Hilfe von erfahrenen Therapeuten. Alle Gespräche und Informationen werden natürlich streng vertraulich behandelt.
Der Beauftragte für die Opfer kirchlicher Gewalt Tel. 0151 / 188 387 76
|
|
 |
 |
Bericht 1 |
 |
|
Eine Frau berichtete: ...Als Kind konnte ich mich niemandem anvertrauen über das, was mir widerfahren ist, auch keinem Priester. Ein Priester, der Kinder als Abhängige missbraucht, glaubt nicht an einen Schöpfer, sonst würde er vom Schöpfer geschaffenes Leben (einen Menschen) nicht zerstören... Es ist die Angst, den eigenen Lebensfaden nicht mehr finden zu können, die Aufgabe dieses Lebens nicht mehr erfüllen zu können, seine geistigen Wurzeln nicht mehr finden zu können, die Verbindung zu Gott. Das Dunkle, die Blockaden, die in einem sind, verhindern, sich Gott anzuvertrauen, vor allem in Stunden der Verzweiflung - wo war und wo ist Gott? Wie kann ich das, was mir geschehen ist aufarbeiten?
|
 |
 |
Bericht 2 |
 |
|
Eine Frau berichtet uns, das sie zwischen ihrem 9. und 13. Lebensjahr von einem Privatlehrer sexuell missbraucht wurde. Durch entsprechende Drohungen sah sie für sich keine Chance, sich ihren Eltern mitzuteilen. Mit 12 Jahren begann die Frau, ihrem Pfarrer Briefe zu schreiben. Es waren mehr als 40 Briefe, in denen sie protokollarisch den Ablauf ihrer Unterrichtsstunden beschrieb und in denen sie dem Pfarrer mitteilte, das sie Angst habe und keinen Ausweg mehr weis, als sich das Leben zu nehmen. In den darauffolgenden Monaten versuchte sie sich 3 mal das Leben zu nehmen, glücklicherweise fehlten ihr als Kind die Kenntnisse die hier zum "Erfolg" geführt hätten. Auch dies teilte die Frau dem Pfarrer mit, es geschah nichts! Nach dem 3. Suizidversuch, der Unterricht war weit weg, hatte die Frau, damals noch Mädchen endlich den Mut, ihren Eltern von den Übergriffen zu erzählen. Es gab eine große Aussprache mit dem Lehrer, dem Schulleiter, den Eltern, dem Pfarrer und dem Mädchen. Und wieder war dieser "Mann Gottes" nicht in der Lage, nur ein einziges Wort zu sagen, um ihr zu helfen... Mit 21 Jahren zerbrach sie beinahe an diesem Kindheitstrauma. Sie war erneut schwer depressiv und dachte an Suizid. Sie wurde stationär und später ambulant psychiatrisch behandelt. Ihr Therapeut war fassungslos, als er einen ihrer Briefe an den Pfarrer zu lesen bekam. Auf Grund der Therapie rief sie den Pfarrer einmal an und bat um ein Gespräch. Er besuchte sie, entschuldigte sich - d.h. er rechtfertigte seine Tatenlosigkeit mit dem Beichtgeheimnis und zum Abschied nahm er sie in den Arm und küsste sie! Die Frau war fassungslos und fragte ihn, was ihm einfiele, er der Pfarrer, der ihre Lebensgeschichte kenne, sie so zu küssen? Der Pfarrer antwortete ihr: "Ich bin auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und du bis ja jetzt eine richtige Frau..."
|
 |
 |
|
 |
|
weitere Berichte auch unter www.aussteiger.cc
|
 |
 |
|
Druckbare Version
|
|
 |