Skandal in USA 11.000 Kinder von US-Priestern in Sexspielen missbraucht Zwischen 1950 und 2002 haben knapp 4400 US-amerikanische Priester mindestens 11.000 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Dies ergibt eine Studie, die ein amerikanisches Kriminalitäts-Forschungsinstitut im Auftrag der amerikanischen Bischofskonferenz erstellte. Dies bedeutet, dass mindestens 4 % der in diesem Zeitraum tätigen katholischen Kleriker in den USA zu Sexualverbrechern wurden. Rechtskräftig verurteilt wurden nur 138 Priester. Diese niedrige Zahl ist zum einen auf nach dem amerikanischen Recht übliche Vergleiche zurückzuführen, wonach ein Gerichtsverfahren durch Geldzahlungen beigelegt wird. Zum anderen ist die niedrige Zahl auf die jahrelangen Vertuschungsversuche von Seiten der Bischöfe zurückzuführen. In der Studie ist davon die Rede, dass "zahlreiche Bischöfe den Ernst der Lage nicht erkennen oder die Verbrechen vertuschen wollten." Eine Selbsthilfegruppe von Missbrauchsopfern nannte die Zahlen der Studie allerdings "niedrig". Man vermute eine erhebliche Dunkelziffer von Fällen, die nie bekannt wurden ODER erst in Zukunft ans Licht der Öffentlichkeit gelangen werden. Viele der Opfer von Sexualverbrechen sind erst nach Jahren oder Jahrzehnten überhaupt in der Lage, über ihre schrecklichen Erlebnisse zu berichten. Auch dies belegt die Studie: Die meisten Sexualverbrechen geschahen in den 70er-Jahren, mehr als 2/3 der Anzeigen erfolgten aber erst nach 1993. (Mahnmal aktuell, Ausgabe 2/2004)