|
 |
 |
 |
 |
 |
Pater wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt |
 |
|
Kelheim - Wegen sexuellen Kindesmissbrauchs ist der Ex-Internatsleiter des niederbayerischen Klosters Rohr angeklagt. Der 56-jährige Pater soll sich an einem elfjährigen Buben vergangen haben. Ein Prozess-Termin vor dem Kelheimer Jugendschöffengericht steht nach Mitteilung des Staatsanwalts noch nicht fest. Der Angeklagte hat nach Angaben der Ermittler ein Teilgeständnis abgelegt. Der Mann ist früher in dem Kloster auch als Religionslehrer tätig gewesen. dpa (SZ 15.08.2001)
|
 |
 |
Kinder bestätigten Missbrauch durch Pfarrer |
 |
|
Geldbuße statt Hauptverfahren Fulda / Kleinlüder (zi): Das Verfahren gegen den früheren Kleinlüderer Pfarrer Vinzenz Trageser, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt hat, wird aller Voraussicht nach gegen die Zahlung einer Geldbuße von 3000 Mark eingestellt. Das teilte Staatsanwalt Stephan Heres gestern auf Anfrage der Fuldaer Zeitung mit. Der 78 Jahre alte Priester war im März von einer Kindergartenleiterin angezeigt worden, nachdem sich die Eltern eines der betroffenen Mädchen an die Erzieherin gewandt hatten. Das Kind, Messdienerin in der Pfarrgemeinde, war weinend aus dem Pfarrhaus nach Hause zurückgekehrt und hatte seinen Eltern unter Tränen gesagt, der Pfarrer habe sie "überall angepackt". Daraufhin hatte die Behörde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet (die FZ berichtete). Der Pfarrer hatte in ersten Reaktionen die Anschuldigungen gegen ihn als unzutreffend bezeichnet und entschieden zurückgewiesen. Er hatte beim Bistum Fulda gebeten, von seinen seelsorgerischen Pflichten entbunden zu werden, um "für die Führung entsprechender Nachweise ganz frei zu sein." Sechs Kinder vernommen. Laut Staatsanwaltschaft wurden im Zuge der Untersuchungen insgesamt sechs Kinder aus der Pfarrgemeinde polizeilich vernommen. Die Aussagen der Mädchen, die zwischen 10 und 14 Jahren alt sind, hätten die Vorwürfe bestätigt. Die Vorgänge, die in den Vernehmungen zur Sprache gekommen seien, hätten in den zurückliegenden zwei Jahren stattgefunden. Allerdings seien die Übergriffe des Pfarrers "am unteren Ende" dessen gewesen, was das Gesetz als sexuellen Missbrauch bezeichne. Keine "Sonderbehandlung" Die Staatsanwaltschaft betonte gegenüber der FZ, man bewerte die Vorgänge eindeutig als sexuelle Handlung. Es gebe im Vorgehen auch keine "Sonderbehandlung" aufgrund des Berufes des Beschuldigten. Weil der Fall jedoch minder schwer und der Mann inzwischen geständig sei und ferner dessen Alter eine Rolle spiele, habe man sich dafür entschieden, das Verfahren gegen eine Geldbuße von 3000 Mark an eine karitative Einrichtung einzustellen. Weil kein Hauptverfahren eröffnet werde, müssten die Kinder keine neuerliche Vernehmung, vor Gericht erforderlich, über sich ergehen lassen. Pfarrer zog aus Seit der Freistellung Tragesers hat der Blankenauer Franziskanerpater Ljubo Lebo die seelsorgerische Verwaltung der Pfarrkuratie St. Johannes übernommen. Trageser war in der vergangenen Woche aus dem Kleinlüderer Pfarrhaus ausgezogen und ist nicht mehr im Pfarrdienst tätig. Weihbischof Johannes Kapp, der Personalreferent der Diözese, bestätigte auf Anfrage der FZ, dass dies ein endgültiger Schritt sei. Pater Lebo werde die Pfarrgemeinde weiterhin als Administrator betreuen, sagte Kapp. (Fuldaer Zeitung 04.05.2001)
|
 |
 |
DAS DRAMA DER SCHWESTERN: |
 |
|
Sexuelle Übergriffe - Berichte von Missionarinnen enthüllen, wie Ordensfrauen von Priestern systematisch missbraucht werden. Der Vatikan spielt die Sache herunter.
Schwesrer Maura O'Donohue kennt schlimme Geschichten aus Afrika. Eine handelt von einem Priester, der eine Ordensfrau zum Beischlaf zwingt. Er schwängert sie und überredete sie zur Abtreibung. Die Frau stirbt während des Eingriffs. O'Donohue, katholische Missionarin und Koordinatorin der Caritas, schrieb diesen und andere Fälle von sexuellen Missbrauch an ihren Schwestern auf. Seit 1994 schickte sie zwei ausführliche Berichte an die Kirchenoberen in Rom. Doch die antworteten mit einer "Verschwörung des Schweigens", so die Ordensfrau Marie McDonald. Auch sie hat vor drei Jahren einen Bericht über die Ausschweifungen vieler Glaubensbrüder erstellt und wartet bis heute vergeblich auf eine offizielle Untersuchung der Vorgänge. Jetzt verschaffen sich die Frauen auf anderem Wege Gehör. Die amerikanische Zeitschrift "National Catholic Reporter" hat anhand ihrer Berichte und den Aussagen anderer Zeugen eine dramatische Realität der katholischen Missionarswelt aufgedeckt. Vor allem in Afrika und anderen Entwicklungsländern, aber auch in den USA, Irland und Italien nutzen männliche Priester ihre Machtposition gegenüber den Schwestern schamlos aus: Sexuelle Ausbeutung, Vergewaltigungen, Schwangerschaften und Abtreibungen sind an der Tagsordnung.
DIE RÖMISCHE KIRCHE HAT auf die skandalösen Enthüllungen vergangene Woche mit einer knappen Verlautbarung reagiert. Vtikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls erklärte lakonisch: "Das Problem ist bekannt, aber auf eine geografische Region begrenzt". Man solle, fügte er hinzu, über einzelne Negativbeispiele nicht die "oft heldenhafte Treue" der Mehrheit der Priester und Ordensbrüder vergessen. Die Berichte der Ordensschwestern belegen allerdings, dass es sich - vor allem in den Ländern Zentral und Südafrikas - nicht um Einzelfälle, sondern um eine übliche Praxis handelt. Bereits 1988, so berichtete O'Donohue in ihrem ersten Bericht von 1994, mussten in Malawi die Oberinnen eines Frauenordens abtreten, weil sie sich beim Bischof ihrer Diözese darüber beschwerten, dass 29 ihrer Schwestern von einheimischen Priestern geschwängert worden waren. Nach O'Donohue ist die Angst vor Aids Erkrankung einer der Gründe, warum die Vergehen an Ordensfrauen seit den Achtzigerjahren zugenommen haben. Die afrikanischen Priester werden von der Kirche zu einer ihrer Kultur völlig fremden Lebensweise gezwungen. Viele interpretieren das Zölibat so, dass sie zwar nicht heiraten, aber sehr wohl Sex haben können. Seit der massenhaften Verbreitung von Aids meiden sie aber Prostituierte. Wie junge Mädchen, so gehören heute auch Ordensschwestern zu den "sicheren Zielgruppen für sexuelle Aktivitäten" - schreibt O'Donohue. Die afrikanischen Schwestern sind ihrerseits häufig in einer Kultur aufgewachsen, die die Beschneidung der Vagina als Symbol für die Unterwerfung der Frau akzeptiert. Sie wagen es kaum, sich den Forderungen der Priester zu widersetzen, die meist auch ihre Vorgesetzten sind. In derselben Abhängigkeit finden sich auch unerfahrene Ordensschwestern wieder, die zur Ausbildung nach Rom oder in die USA geschickt werden. Die Ordensoberinnen haben jetzt vorgeschlagen, für ihre missbrauchten Schwestern Frauenhäuser einzurichten, wo sie Schutz und psychologische Hilfe finden. Bruder Alvaro Rodriguez Echevarria, Oberhaupt der Männerorden, denkt mehr an die Täter: "Man sollte versuchen, ihre menschlichen Schwächen zu verstehen", so sein Appell. Da verlangt er von den Gläubigen, denen der Papst die Pille und den außerehelichen Geschlechtsverkehr verbietet, vielleicht doch etwas zu viel. (FACTS 13/2001)
|
 |
 |
ZUM SEX GEZWUNGEN |
 |
|
Katholische Priester vergehen sich an Nonnen - der Vatikan spielt die Sache herunter Der Pater klagte bei der Ordensschwester am Fuße des Kilimandscharo über Durchfall. Oberin Lauda von den Schwestern des Kostbaren Blutes, die seit 1959 als Ordensfrau und Ärztin in Ostafrika arbeitete, behandelte den männlichen Kollegen wie üblich bei solchen Leiden - "ahnungslos wie ich damals war". Die Mittel schlugen nicht an. Der Pater starb - an Aids. Geholt hatte er sich das Virus vermutlich bei einer afrikanischen Prostituierten. Der sexuelle Notstand, der gerade viele afrikanische Priester umtreibt, weil sie in einer freieren sexuellen Vorstellung als der katholischen aufgewachsen sind, hat sich jahrzehntelang bei Dirnen unauffällig und folgenlos entladen können. Das war vor Aids. Jetzt treiben es viele Patres lieber gefahrlos mit Nonnen, deren Jungfräulichkeit beim Ordenseintritt in einer entwürdigenden Prozedur überprüft wird. "Sie nützen deren Unerfahrenheit, Ahnungslosigkeit und vor allem die Abhängigkeit der Schwarzafrikanerinnen aus, die noch immer in totalem Gehorsam gegenüber den Männern, vor allem älteren, erzogen werden" erläutert die heute 62-jährige, in Düren lebende ehemalige Schwester Lauda. Sie hat aus solchen Erlebnissen und Schilderungen heraus in den 80er-und 90er-Jahren versucht, die Frauen zu mobilisieren. Sie sollten sich nicht mehr missbrauchen lassen. Die Kirche reagierte vernichtend: Schwester Lauda wurde 1993 aus dem Orden geworfen. Zehn der von ihr zum Widerspruch ermunterten Schwestern wurden strafversetzt. Die Enthüllungen der römischen Tageszeitung "La Repubblica", wonach selbst Bischöfe Nonnen vergewaltigt haben, wundern sie nicht. Ihre Informationen decken sich mit Berichten Hunderter Opfer, die mit Unterschrift die sexuelle Gewalt durch Klerus und Bischöfe bestätigen. Seil Jahren liegen dem Vatikan diese Dokumente aus Afrika, aber auch aus Indien, Italien und Irland vor. Laut "Repubblica" soll es nicht bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen geblieben sein. Einige Priester hätten die von ihnen geschwängerten Nonnen gar zur Abtreibung gedrängt. Die Akten über die sexuelle Ausbeutung liegen bei Kardinal Eduardo Martinez Sornalo, 73. Zu den Übergriffen schweigt der Spanier, allein Vatikansprecher Joaquin Navarro-ValIs bestätigte die Berichte - sprach aber abwiegelnd von Einzelfällen. Die Rechtfertigungsnot verschärft sich noch, weil die ursächlich verantwortliche zwangsweise Ehelosigkeit der Priester als reines Kirchengesetz mit einem Federstrich von heute auf morgen abgeschafft werden könnte. Insbesondere für Afrika wäre das das Ende der Heuchelei. Missionare wissen, dass nirgends auf der Welt das Zölibatsgebot so wenig beachtet wird wie auf dem schwarzen Kontinent. In manchen Bistümern würden deshalb schon Waisenhäuser unterhalten, deren schwarze oder halb-schwarze Kinder mehrheitlich von Priestern gezeugt wurden. (Focus 13/2001)
|
 |
 |
HINTER DEN KLOSTERMAUERN |
 |
|
|
 |
 |
|
Druckbare Version
|
|
 |