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Pfarrer flüchten in die Sucht |
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Ein Psychiater und Psychotherapeut schätzt, daß von den 20.000 katholischen Priestern rund 25.000 evangelischen Pfarrem 3500 bis 4500 alkohol- oder tablettenabhängig sind. Selbst Bischöfe und Ordensleute seien betroffen, ergänzt ein katholischer Personalreferent. Als Gründe werden die große seelische Belastung genannt, die hohe Erwartungshaltung der Gläubigen und zu hohe Selbstansprüche. Auch Arbeitsüberlastung sowie Sinnleere und Ausgebranntsein trügen zur Suchterkrankung bei. (Volksblatt 19.7.99)
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Bis zu zehn Prozent der Pfarrer sind suchtkrank |
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FRANKFURT/MAIN (EPD): Sieben bis zehn Prozent der Geistlichen in den beiden großen Kirchen der Bundesrepublik haben nach Angaben von Experten ein Suchtproblem. Von den etwa 20 000 katholischen Priestern und 25 000 evangelischen Pfarrern seien .Schätzungen zufolge insgesamt zwischen 3500 und 4500 alkohol- oder tablettenabhängig, schreibt der Psychiater und Psychotherapeut Bernhard Mäulen (Villingen-Schwenningen) in einem Beitrag der im bayerischen Weyarn erscheinenden Sucht-Fachzeitschrift "Konturen". Selbst Bischöfe, Ordensleute, Rabbiner und buddhistische Mönche seien betroffen, ergänzt der katholische Personalreferent Hermann Steur (Rottenburg). Als Gründe für den Griff zur Flasche oder zu Tabletten nennen die Autoren große seelische Belastung, die von außen herangetragene Erwartungshaltung sowie zu hohe Selbstansprüche.. Auch Arbeitsüberlastung sowie die damit zusammenhängende Erfahrung von Sinnleere und Ausgebranntsein trügen bei Geistlichen zur Suchterkrankung bei. Unbehandelte Suchtkranke sterben den Angaben zufolge im Durchschnitt 14 Jahre vor dem statistisch "normalen" Sterbezeitpunkt.Der Arbeitgeber Kirche dürfe die Auseinandersetzung mit betroffenen Pfarrern nicht scheuen, fordern Mäulen und Steur. Nur so bestehe eine Chance auf Heilung. Die beiden Experten plädieren für eine effiziente Hilfe etwa in Selbsthilfegruppen. Vor allem "trockene" Geistliche seien hier eine wertvolle Unterstützung. (Volksblatt v. 19.07.1999)
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Studie: Hochburg der Selbstmörder |
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In der Region Würzburg nehmen sich mehr Menschen das Leben als im übrigen Deutschland
VON GISELA RAUCH Die Region Würzburg ist die Hochburg der Selbstmörder: Stadt- und Landkreis weisen die höchste Selbstmordrate Deutschlands auf - und zwar konstant seit nahezu einem Jahrzehnt. Gemessen an der Einwohnerzahl brachten sich nirgendwo sonst in Deutschland in den letzten Jahren so viele Menschen um wie im Einzugsgebiet der Bischofs-. Beamten- und Studentenstadt Würzburg. Polizeiangaben zufolge griffen die meisten Selbstmörder zum Strick. Als zweithäufigste Suizid Art gilt einer Statistik der Polizeidirektion Würzburg zufolge das Vergiften, gefolgt von Stürzen aus großer Höhe, ertrinken, Überfahrenlassen und Erschießen. 343 Selbstmorde wurden zwischen 1989 und 1997 in Stadt und Kreis Würzburg erfaßt. Bereits die absolute Zahl der Selbstmörder erschreckt - erschreckender noch ist der Vergleich der Würzburger Suizid - Rate mit der bundesdeutschen Suizid - Rate: In Würzburg und Umland gehen bis zu 29 Prozent mehr Menschen freiwillig in den Tod als im übrigen Deutschland. Überdurchschnittlich häufig bringen sich in Würzburg Frauen um. Die Daten wurden von einem Würzburger Forschungsteam unter der Leitung von Professor Dr. Armin Schmidtke erhoben, überprüft und auf Fachkongressen genannt. Schmidtke ist Leiter der Abteilung Klinische Psychologie an der Universität Würzburg und als Suizid-Experte weltweit anerkannt. Würzburg als selbstmordlastiges Gebiet wurde 1985 neben 15 anderen europäischen Regionen mit überdurchschnittlich hohen Suizid-Raten wie etwa Oxford, Helsinki, Innsbruck oder Szeged in Ungarn von der Weltgesundheitsorganisation für ein Projekt zur Erfassung von Suizid-Häufigkeiten und Suizid-Prävention ausgesucht. Ursachenforschung betreibt das Team um Schmidtke seit Beginn des Projekts. Dennoch können die Forscher bislang nicht eindeutig sagen, warum man sich in Würzburg häufiger umbringt als anderswo. Thesen gibt es: "Daß Würzburg eine Studentenstadt ist. ist ein wichtiger Faktor", sagte Schmidtke. Wie Statistiken auch ans Oxford und Innsbruck, beides Uni-Städte, zeigten, seien Studenten gefährdeter als andere Bevölkerungsgruppen. "Sie haben damit zu kämpfen, daß die alten Bindungen gekappt sind, leiden unter Leistungsdruck und Versagensängste, sind oft sozial isoliert", so Schmidtke. Aber nicht nur den Mythos vom unbeschwerten Studentenleben läßt der Suizid-Forscher nicht gelten. Auch die Idylle von der Wiirzhurger Weinseligkeit zerstört er: Höherer Alkoholkonsum in einer Region führt erwiesenermaßen zu höheren Suizid-Raten. Daß klassische Selbstmordauslöser wie Arbeitslosigkeit, Verlust des sozialen Status, Überschuldung, 'I'rennung vom Partner und Krankheit den bürgerlich und gesichert lebenden Würzburgern weniger zu schaffen machen als Bewohnern anderer Städte - das hat die Forscher zunächst irritiert. Mittlerweile hat Schmidtkes Forscherteam aber die Theorie aufgestellt, daß gerade das konservative, stark katholisch geprägte Würzburger Milieu Absteigern das Leben schwer, manchmal unmöglich macht. Schmidtke: .In Berlin oder Frankfurt sind Zehntausende arbeitslos: da fällt einer mehr nicht weiter auf. Wenn in Würzbur8 einer arbeitslos wird. dann wird darüber geredet, dann fällt der raus. dann ist das eine Schande. (Main-Post v. 03.07.1999)
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Das "Jerusalem-Syndrom" |
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"Protestanten sind besonders anffällig für religiöse Hysterie" Bestimmte Orte der Erde eignen sich dazu, bei manchen Menschen verborgene Schichten freizulegen, mit denen kaum jemand gerechnet hätte. Jerusalem scheint ein solcher Ort zu sein. In ihrem "Magazin" berichtet die Süddeutsche Zeitung am 5.2.99 über das "Jerusalem-Syndrom": Erforscht wurde das Jerusalem-Syndrom von einem israelischen Psychiater. In Kfar Shaul beschäftigt sich der Experte mit all jenen, die im Angesicht der Heiligen Stadt, in der einst Jesus wirkte, den Verstand verlieren.... All die durchgeknallten Touristen ... haben ihn angeregt, sich dem Jerusalem-Syndrom zu widmen. Das war vor zwanzig Jahren. Und seitdem werden selbsterannte 'Apostel' oder 'Erlöser', die allzu störend oder gar bedrohlich herumtollen, diskret eingesammelt und zur Therapie nach Kfar Shaul verbracht. .... Moses, Elias, Samson, Maria Magdalena, Johannes, fast jeder biblischen Gestalt hat Bar E1 schon die Hand geschüttelt - in der Notaufnahme. 470 Fälle von Touristen, die seit 1979 wegen dieses Krankheitsbildes behandelt wurden, hat Bar E1 genau analysiert. Die meisten von ihnen, glaubt er, hatten schon vor ihrer Reise Probleme. Bei vierzig Patienten aber war er sich sicher: keine psychiatrische Vorgeschichte. Alle vierzig waren Protestanten aus Westeuropa und den USA, zumeist Männer. .... Meist suchen sie Stätten aus dem Leben Jesu auf... Dort führen sie magische Zeremonien durch. Mit viel Halleluja und noch mehr Abrakadabra.... Und manche wollen wie Luther das Christentum reinigen und beschimpfen katholische oder orthodoxe Pilger, sie würden nur tote Idole anbeten, Götzen und Steine. ... Lange hat der Doktor darüber sinniert, warum gerade Protestanten so anfällig sind für den frommen Wahn. Und er hat eine Reihe möglicher Ursachen aufgespürt. .... 'Sie richten ihre Gebete an einen unfaßbaren Gott, haben keinen Papst, keine Heiligen, wenig Spiritualität. Das macht sie so verwundbar.' (W.P. 4/99)
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