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Begründerin der span. Inquisition eine "Heilige"?
Die verfassungsfeindlichen Züge der Amtskirchen
Vatikan veröffentlicht neue Ablassregeln
Rechtfertigungsleere
Das hat Jesus nicht gesagt!

Begründerin der span. Inquisition eine "Heilige"?

Spanien
Die Begründerin der spanischen Inquisition - eine „Heilige“?
Ausgerechnet die spanische Königin Isabella „die katholische“ soll heilig gesprochen werden. Das jedenfalls betreibt die spanische Bischofskonferenz mit demselben Feuereifer, mit dem Isabella und ihr ebenso katholischer Königsgatte Ferdinand 1492 die Mauren und Juden aus Spanien vertrieben und mit dem sie die 1477 die „heilige“ spanische Inquisition ins Leben riefen. Isabella hafte übrigens zunächst eigentlich gar keine Lust, in ihrem Reich eine neue Verfolgungswelle in Gang zu setzen. Aber genau das zeichnet „verdienstvolle“ katholische Herrscher ja aus: Dass sie immer ein offenes Ohr für die Pfaffen besitzen. Zunächst hatte der Dominikanerpater Alonso de Hojeda wenig Erfolg, als er 1477 in Sevilla Isabella davon überzeugen wollte, dass die Nachfahren der zum Katholizismus übergetretenen Juden weiterhin ihre Riten pflegten. Bernd Rill schreibt in „Die Inquisition und ihre Ketzer“ (5. 216), wie es weiterging: „Als Isabella die Stadt verlassen hatte, gab Hojeda jedoch nicht auf, sondern belieferte den Hof mit Beweisen darüber, dass die conversos geheime nächtliche Zusammenkünfte hielten und dabei den christlichen Glauben verhöhnten. Das könne auch staatspolitisch nicht ohne Bedeutung sein, zumal viele conversos in hohen Staatsämtern säßen ... Nun horchte Isabella doch auf und setzte eine Kommission ein, der auch Hojeda angehörte und die auch tatsächlich zu dem Ergebnis kam, die Ketzerei habe in Sevilla schreckenerregende Ausmaße angenommen. Auch Thomas de Torquemada, Dominikanerprior von Segovia und Beichtvater der Königin, stimmte diesem Befund zu.“
Wie die spanische Zeitung El Pc.tis (26.2.02) berichtet will die Kirche auch zahlreiche im Bürgerkrieg umgekommene Katholiken zur Ehre der Altäre erheben lassen. Ihre eigene Beteiligung „an den schrecklichen Ereignissen, die die Spanier entzweiten und Hunderttausende das Leben oder die Heimat kosteten“, so die Zeitung, hat die Kirche jedoch „immer abgestritten, das letzte Mal vor zwei Jahren.
(26.02.2002)


Die verfassungsfeindlichen Züge der Amtskirchen

So lange die beiden kirchlichen Institutionen die Texte der Bibel einschränkungslos als verbindliche Glaubensinhalte dekretieren, ohne sich von den grausamen und menschenrechtswidrigen Textpassagen (wie sie beispielsweise im vorigen Kapitel zitiert wurden) zu distanzieren, handelt es sich im Grunde genommen um verfassungsfeindliche Organisationen. So jedenfalls bezeichnet man Vereinigungen, die eine verfassungswidrige Satzung haben und deshalb normalerweise aufgelöst werden, soweit sie sich von ihren verfassungswidrigen Inhalten nicht trennen. Bei den Kirchen kommt hinzu, dass nicht nur ein Teil ihrer "Vereins­satzung" verfassungswidrige Züge trägt, sondern sich auch ihre Führer vielfach verfassungsfeindlich verhielten bzw. verhalten. Auch das kirchliche Menschenbild erweist sich in mancher Hinsicht als krass verfassungswidrig.... Mehr



Vatikan veröffentlicht neue Ablassregeln

Buße schon durch einfache Handlungen möglich
Rom (AP): Der Vatikan hat am Freitag erweiterte Ablassregeln herausgegeben, mit denen gläubige Katholiken die Vergebung von Sünden erreichen können. Das zuletzt 1986 auf den neuesten Stand gebrachte Werk wurde zunächst in lateinischer Sprache veröffentlicht und soll in Kürze in moderne Sprachen übersetzt werden. Es beinhaltet die jüngsten Direktiven von Papst Johannes Paul II. zu diesem Thema. Demnach können Menschen schon durch einfache Handlungen Buße tun, beispielsweise, indem sie für einen Tag das Rauchen aufgeben.
Außer der Hilfe für Bedürftige oder dem spontanen Entsagen eines Wunsches könne Vergebung auch dafür erlangt werden, wenn ein Mensch «öffentliches Zeugnis seines Glaubens in bestimmten Umständen des alltäglichen Lebens» ablege, erklärte Vatikan-Vertreter Monsignor Dario Rezza. Ein gutes Beispiel könne beispielsweise ein von fluchenden Kollegen umgebener Fabrikarbeiter setzen, indem er das Zeichen des Kreuzes mache.
Gefahren für die Beziehungen zu lutherischen Protestanten und der für Ende Oktober geplanten Unterzeichnung der «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre» sehe er in der Herausgabe der neuen Ablassregeln nicht, sagte der für das Thema zuständige Kardinal William Wakefield Baum. In der gemeinsamen Erklärung stimmen Lutheraner und Katholiken darin überein, dass der Mensch «allein aus Gnade im Glauben an die Heilstat Christi», nicht aufgrund eigener guter Taten von Gott angenommen wird.
(Meldung vom 17.09.1999 16:26 © AP )

Da die großen Amtskirchen “evangelisch” und “katholisch” definieren, was Glaube bedeutet und was die Glaubensinhalte sind, kann nach Meinung der Kirchen nur der von Gott angenommen werden, der das glaubt, was die Kirche lehrt und sei es noch so unsinnig. Was hat Gott davon, wenn jemand das “Kreuz schlägt” und gleichzeitig über die “bösen” Kollegen nachdenkt? Noch vor einigen Jahrzehnten lehnte die evangelische Kirche rigoros die Ablaßpraxis der Katholiken ab. Heute biedert sie sich ihr an. Warum wohl?


Rechtfertigungsleere

Arno Widmann
Die Kirchen wissen jetzt, wann Gott uns annimmt und wann er uns verwirft. Letzteres, um das sich einst alles drehte, spielte am Wochenende keine Rolle mehr. Die Debatte um die Rechtfertigungslehre kam – jedenfalls in den publizierten Dokumenten – ganz ohne Höllenqualen aus. Der Gott, der bei Augustin noch uns das Paradies vor allem mit dem Argument schmackhaft machte, dass man von dort einen so herrlichen Blick auf die Qualen der Gefolterten habe, hat in den letzten Jahrhunderten einen Prozess der Zivilisation durchlaufen, der ihn heute geradezu koalitionsfähig erscheinen lässt. Er droht nicht mehr mit der Ausrottung ganzer Städte und Völker oder gar mit der Vernichtung des Universums. Nein, der christliche Gott hat sich geläutert – oder ist von verständigen Theologen geläutert worden. Man kann ihn jetzt in jede Amnesty-Gruppe mitbringen. Er fällt nicht mehr weiter auf. Kein Wunder, dass sich niemand mehr für ihn interessiert. Von der großen Mehrheit der Bundesbürger, die selten oder nie zur Kirche gehen, glauben 68 Prozent nicht daran, dass sie sich nach dem Tode rechtfertigen müssen. (awi.)
Es waren die Amtskirchen, die das Bild des strafenden Gottes aufgebaut haben. Sie übernahmen dieses Bild von der alttestamentlichen Priesterkaste, die sich als Mittler zwischen einem zürnenden Gott und dem Menschen einsetzten. Jesus von Nazareth lehrte von alledem nichts. Er brachte den Menschen den Gott der Liebe nahe und verkörperte diese Liebe als Mensch. Gott ist unwandelbar. Er ist derselbe von Anbeginn der Schöpfung.
Jahrhunderte lang jedoch mißbrauchte die Priesterkaste Gott für ihre Zwecke. Heute erkennen immer mehr Menschen diesen Mißbrauch und orientieren sich wieder an der originären Lehre des Nazareners, die vom tun sprach und nicht vom blinden Glauben.
Wem nützt denn das Bild eines strafenden Gottes?


Das hat Jesus nicht gesagt!

Allein der Glaube macht selig? So lehren es die Kirchen, die in Augsburg ihre “Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre” unterzeichnen.
Das könnte den Kirchen so passen.....
- daß die Inquisitoren von einst “allein aus Gnade im Glauben” (Gemeinsame Erklärung) den
Himmel ererben, während ihre Opfer über den Scheiterhaufen in die Hölle gefahren sein sollen.
- daß die Päpste, die zu den grausamen Kreuzzügen aufgerufen haben, “unabhängig von Werken”
(Gemeinsame Erklärung) gerechtfertigt werden, während die “Heiden” die sie ermorden ließen ,
ewig in der Verdammnis schmachten sollen.
- daß die am Zölibat leidenden Priester, die Kinder sexuell mißbrauchen, “bedingungslos in die
Gemeinschaft mit Gott aufgenommen” werden (Gemeinsame Erklärung), während die
geschändeten Kinder verängstigt einem ungewissen Schicksal entgegensehen.
Die Rechtfertigungslehre, auf die sich die Kirchen jetzt einigen, hat im Kern Martin Luther entwickelt und sich damit zuallererst selbst einen Freibrief geschaffen. Denn Martin Luther rief dazu auf , die Juden zu verfolgen, ihre Synagogen und Bücher zu verbrennen und Zehntausende Bauern im Bauernkrieg zu erschlagen. Allen seinen Gegnern wünschte Martin Luther öffentlich den Tod, worauf - wie in der katholischen Lehre - die ewige Verdammnis folgen soll. Man solle die Betroffenen “wie Hunde und Säue” sterben lassen (Zit. nach Neumann, Luthers Leiden, S.173), während er selbst und alle ihm zustimmenden “Theologen bereits gerecht und im Himmel sind” (Tischreden 361).
Was die Kirchen in Augsburg unterzeichnen, mag katholisch und evangelisch sein, christlich ist es nicht, denn Jesus, der Christus, wird damit verhöhnt und erneut ans Kreuz geschlagen!
Denn Jesus lehrte die Bergpredigt: Klug ist, wer “tut”. Er lehrte den aktiven Glauben, indem der Mensch lernt, die Gebote zu halten und das Rechte zu tun. Er sagte: “Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.” (Mt.7,21) Einem Schriftgelehrten, der von Nächstenliebe sprach, entgegnete der Mann aus Nazareth: “Tu das, so wist du leben” - Kein Wort von einer Rechtfertigung allein aus Glauben. Denn diese Lehre ist das Gegenteil von dem, was Jesus wollte. Er lehrte also niemals die Seligkeit “allein durch Glauben” (Gemeinsame Erklärung).
Für die Kirchenführer gilt vielmehr, was Paulus in der Bibel schrieb: “Irret Euch nicht. Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten!” (Gal.6,7)
Folge ich nun der Lehre der Bischöfe, Kardinäle, Prälaten, Priester und Kirchenräte? Oder folge ich der Lehre des Jesus, des Christus?
Evangelisch/katholisch oder christlich?



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